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14.04.2009
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«First Dog« liefert Zündstoff für Diskussionen

Obama in der Zwickmühle: Wasserhund Bo stammt nicht aus dem Tierheim
 «First Dog« liefert Zündstoff für Diskussionen
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WASHINGTON - Der neue Star im Weißen Haus ist sechs Monate alt, hat ein schwarzes Fell, eine weiße Brust und weiße Pfoten. Heute wird Familie Obama erstmals «Bo«, einen reinrassigen Portugiesischen Wasserhund, der Öffentlichkeit präsentieren - und damit neben der Gelegenheit für jede Menge Fotos auch Zündstoff für Diskussionen liefern.

Denn der «First Dog« Amerikas, das mit Spannung erwartete erste Haustier der Präsidentenfamilie, stammt von einem preisdekorierten Züchter - und kommt nicht, wie ursprünglich von den Obamas geplant, als herrenloser Hund aus einem Tierheim. Der demokratische Senator Edward Kennedy, der selbst drei Portugiesische Wasserhunde besitzt, kaufte den jungen Rüden kürzlich dem Züchter-Ehepaar Martha und Arthur Stern aus Dallas ab und reichte ihn kurz vor Ostern an die Obamas als Geschenk weiter.

Versprechen an die Töchter

Im Wahlkampf hatte Barack Obama seinen Töchtern Malia und Sasha für den Erfolgsfall einen Hund versprochen – doch die Suche gestaltete sich als nicht leichtes Unterfangen. «Das ist schwieriger, als einen Handelsminister zu finden«, offenbarte Obama im Januar einem TV-Moderator, als bereits sein dritter Minister-Kandidat das Handtuch geworfen hatte.

Auch bei Auslandsauftritten wurde immer wieder nach dem Hund gefragt, doch Obama mahnte zu Geduld. Denn die Familie hatte sich in eine Zwickmühle manövriert. Zum einen durfte der neue Hausgenosse bei Malia Obama keine Allergien hervorrufen . Zum anderen sollte es ein Tierheim-Insasse ein, um landesweit einen frischen Anreiz für Adoptionen zu bieten – ein Vorsatz, der zunächst bei Tierschützern in den USA Begeisterung ausgelöst hatte.

Stubenrein

Doch ein reinrassiger Portguiesischer Wasserhund war in keinem Asyl zu finden. Stattdessen einigte man sich jetzt auf «Bo«, den die Züchter bereits einmal für 2000 Dollar (rund 1600 Euro) verkauft hatten und der von seinem Vorbesitzer dann zurückgegeben worden war, weil er angeblich nicht zur Familie passte.

Bei einem Probebesuch habe sich «Bo«, der seinen Namen dem Rock‘n Roll-Musiker Bo Diddley und dem mütterlichen Großvater der Obamas mit dem Spitznamen «Diddley« verdankt, bereits als stubenrein erwiesen, heißt es. Auch knabbere er keine Möbel an, was angesichts des historischen Inventars im Weißen Haus gewiss ein Vorteil ist. Der Grund dafür: Der Hundetrainer der Kennedys hatte sich schon mehrere Stunden mit dem Tier beschäftigt.

Keine Zeit für das Tier?

Doch bereits jetzt melden sich Zweifler zu Wort und fragen, ob «Bo« wirklich die perfekte Ergänzung für die Präsidentenfamilie ist. Portugiesische Wasserhunde gelten als extrem aktiv, und ein Sprecher des Klubs für diese Rasse in den USA gibt zu bedenken, dass «ein solches Tier etwas zu viel sein dürfte für eine Familie, die noch nie einen Hund besessen hat«. Auch seien die Obamas durch ihre Repräsentationspflichten extrem beschäftigt und hätten wohl für eine Erziehung des Tieres kaum die erforderliche Zeit.

Und Sasha wie Malia gehen tagsüber zur Schule. Zudem fürchten Tierschützer jetzt den berüchtigten «Lassie«- oder «101 Dalmatiner«-Effekt: Einen plötzlichen Popularitätsschub, der immer dann für eine Rasse entsteht, wenn ein Film oder ein Prominenter diese ins Rampenlicht rückt. Züchter dürften nun weltweit versuchen, aus «Bo« und dem Obama-Faktor Kapital zu schlagen – und damit einer Überbevölkerung in den Tierheimen weiteren Vorschub leisten, wenn sich Besitzer nach kurzer Zeit durch ihren neuen «Mode-Hund« überfordert zeigen.

Friedemann Diederichs
14.4.2009
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