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Planung dauerte zu lange: Investor wirft hin

Deutsche Reihenhaus AG verzichtet auf Bebauung in Großreuth
 Planung dauerte zu lange: Investor wirft hin
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GROSSREUTH - Steht das neue Wohngebiet auf dem ATV-Gelände an der Wallensteinstraße auf der Kippe? Weil sich das Bebauungsplanverfahren zu lange hinzieht, hat der Investor, die Deutsche Reihenhaus AG, das Handtuch geworfen. Außerdem regt sich erster Anwohnerprotest.

Auf dem früheren Sportgelände des ATV und in unmittelbarer Nähe der geplanten neuen U-Bahnstation Großreuth ist ein neues Wohngebiet mit Reihenhäusern und Geschosswohnungen vorgesehen.

Details waren mit der Stadt schon geklärt

Auf dem Areal zwischen Hartungstraße, Gerhart-Hauptmann-Straße und nördlich der Walleinsteinstraße sollen insgesamt 141 Haus- und Wohneinheiten und 84 Appartements im Geschosswohnungsbau für rund 560 Einwohner entstehen. Bereits frühzeitig hat die Deutsche Reihenhaus AG einen Großteil der Flächen gekauft. Die meisten Details der geplanten Bebauung waren mit der Stadt bereits geklärt, der städtebauliche Vertrag gilt als unterschriftsreif.

Das Unternehmen mit Sitz in Köln und Standorten in Kaiserslautern und Nürnberg hat in den Metropol-Regionen Rhein-Ruhr, Köln-Bonn, Rhein-Main, Rhein-Neckar und Nürnberg bis jetzt mehr als 2000 Reihenhäuser und Familienheime gebaut und dabei rund 70 Millionen Euro investiert. In Nürnberg realisiert das Unternehmen derzeit den Wohnpark «Am Bienweg» zwischen Schniegling und Wetzendorf.

«Fehlende Planungssicherheit»

In Großreuth ist die Deutsche Reihenhaus AG nun überraschend ausgestiegen. Gegenüber dem Stadtanzeiger begründet Achim Behm, Pressesprecher des Unternehmens den Schritt mit fehlender Planungssicherheit. In einer Erklärung, die seit längerem auch der Stadt vorliegt, heißt es: «Die Deutsche Reihenhaus AG macht beim geplanten Bauvorhaben auf dem Gelände des ATV von ihrer vertraglich festgelegten Rücktrittsmöglichkeit Gebrauch. Bis zum 31. März 2009 ist kein Bebauungsplan in Kraft getreten.» Es sei aber vertraglich vereinbart, dass Baurecht für den Abschluss des Vertrages zu diesem Termin besteht.

Der Aufsichtsrat der AG habe daraufhin entschieden, das erhebliche finanzielle Risiko des Vorhabens nicht auf sich zu nehmen. Der Startschuss für das Bebauungsplanverfahren fiel im Februar 2005. Anfang März 2009 wurde der Plan letztmals im Stadtplanungsausschuss behandelt und gebilligt. Anschließend sollte er noch einmal für die Dauer eines Monats öffentlich ausgelegt werden.

Ob dies geschieht, dürfte nun mehr als fraglich sein, denn Voraussetzung ist auch die Unterzeichnung des städtebaulichen Vertrages.

Keine Stellungsnahme

Vom Baureferat war trotz Anfrage bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu bekommen. Mittlerweile bläst der Bauverwaltung auch aus einer anderen Richtung der Wind ins Gesicht. Bei einem Ortstermin der SPD auf dem ATV-Gelände machten Anwohner aus der angrenzenden Kattowitzer Straße ihrem Ärger über die geplante bis zu sechsgeschossige Blockbebauung vor ihren Anwesen Luft. «Die sollen auf der Fläche entstehen, wo heute noch die alten Tennisplätze sind, knapp zehn Meter von unseren Häusern entfernt», schimpft Anwohner Peter Mendel gegenüber dem Stadtanzeiger.

Den Vorschlag der Betroffenen, die hohen Häuser in Richtung Hartungstraße zu bauen, weil von hier aus auch der Weg zum neuen U-Bahnhof viel kürzer ist, will die SPD von der Verwaltung noch prüfen lassen. Auch der Bürgerverein Nürnberger Westen will sich in der nächsten Sitzung seines Arbeitskreises «Stadtplanung/Verkehr» mit dem Vorhaben befassen. Vorsitzender Peter Büttner: «In dem gesamten Bereich dürfte es in den nächsten Jahren hoch hergehen, denn auch die U-Bahnbauarbeiten werden für Einschränkungen sorgen.»

Reinhard Schmolzi
13.5.2009
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