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Lieder-Chaot druckt T-Shirts gegen die Krise |
| Erfolgreicher Höchstadter: Das Geschäft von Atze Bauer läuft |
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HÖCHSTADT – T-Shirts drucken und Musik machen, das ist die Welt von Atze Bauer aus Höchstadt. Der singende T-Shirt-Drucker bleibt gelassen, wenn alle von den negativen Auswirkungen der Finanzkrise sprechen. Sein Geschäft mit T-Shirt-Druck boomt und Atze Bauer expandiert.
«Gegen den Trend haben wir im ersten Quartal 2009 eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent gegenüber 2008 erreicht«, freut sich Axel Bauer. 15 Mitarbeiter hat die T-Shirt-Druckerei mittlerweile und im täglichen Miteinander sind alle freundschaftlich per Du. Atze rufen sie ihn, ihren Chef.
Unter diesem Namen hat sich Atze Bauer als «Der Lieder-CHAOT« rockend und singend einen Namen in der Region gemacht. Musik und Gesang sind schon seit Kindesbeinen sein Markenzeichen, der T-Shirt-Druck kam 1990 dazu. Damals brauchte er für die Auftritte seiner Comedy-Rock-Band «Heinz« Fan-T-Shirts. So fing alles an.
In der Musikbranche bekannt
Im elterlichen Keller in Höchstadt wurden die ersten Logos mit der selbst gebauten Handdruckmaschine auf den Stoff gepresst und bei seinen Auftritten an die Fans verkauft. Das Geschäft lief. Aus den ersten 10er Stückzahlen sind rund 100000 bedruckte T-Shirts jährlich geworden. Für Bands wie J.B.O., Subway to Sally und Fiddler’s Green druckt er heute die Fan-T-Shirts und spielt im Vorspann ihrer Konzerte. In der Musikbranche ist er längst bekannt und viele Bands und Musikhäuser lassen ihre Labels und Sprüche auf T-Shirts von Atze Bauers drucken.
Gegen den Trend läuft sein Geschäft. In Zeiten der Krise, beobachtet Atze Bauer, sei die Identifikation der Menschen mit einem Vorbild oder einer sozialen Gruppe besonders hoch. Das Bindeglied fürs Wir-Gefühl sei das bedruckte T-Shirt. Die Verkaufszahlen 2009 sprechen für sich. Im März hat er einen Mitarbeiter für die neue vollautomatische Siebdruckmaschine eingestellt. Auf ihr können 500 T-Shirts mit bis zu acht Farben pro Stunde bedruckt werden. Zwei weitere Siebdruckmaschinen, die manuell bedient werden, stehen für kleine Auflagen und für besonders aufwändige Logos zur Verfügung. Auch T-Shirt-Druck ist Saisongeschäft und wenn viele Bands bei Open-Air-Festivals und Kirchweihen rocken, laufen die Druckmaschinen zwölf bis 15 Stunden am Tag.
"Sozial gerechte Kleidung"
Der Kauf der neuen Siebdruckmaschine, die Eröffnung eines Ladengeschäfts in der Großen Bauerngasse und neue Mitarbeiter, sind die jüngsten Investitionen von Atze Bauer in die Zukunft. Mit seinem Online Shop www.T-Shirt-Drucker.de kommen die Kunden über die Suchmaschinen von Google. Mit seinem neuen Ladengeschäft in der Großen Bauerngasse hält er den Kontakt zu den Vereinen und Schulen in der Region.
Seine neueste Geschäftsidee «Sozial gerechte Schulkleidung« steht in den Startlöchern. Das Prinzip ist einfach und trotzdem neu. Die Schule bestellt ein Sortiment Schulkleidung auf Kommission und bezahlt im Nachgang nur das, was verkauft wird. Drei bedruckte T-Shirts und einen Pullover gibt es im Setpreis für 18,90 Euro.
Tochter als lebende Werbefläche
Die Anton-Wölker-Schule in Höchstadt testet das Projekt bereits erfolgreich und wie viele andere Kinder auch, läuft die achtjährige Tochter Charlotte von Atze Bauer stolz mit ihrer Schulkleidung über den Pausenhof. Keine lästigen Bestelllisten, keine Wartezeiten, keine Festlegung auf eine Größe und kein finanzielles Risiko für den Elternbeirat. Einfach anprobieren und mitnehmen, lautet die Idee der sozial gerechten SchulShirts. Qualität gehört zu gerechten Preisen dazu, findet Atze Bauer. Seine T-Shirts sind alle nach Öko-Tex-Standard 100 zertifiziert.
Er geht in der Produktionskette noch einen Schritt weiter. Auch die Siebdruckfarben sind seit 2009 auf Öko-Tex-Standard 100 umgestellt. Das bedeutet keine Weichmacher, Chemikalien und Inhaltsstoffe, die Allergien auslösen können, beeinträchtigen die Tragequalität der bedruckten T-Shirts. Gerade für Schulkleidung sei das wichtig, so seine Meinung.
Auf der Suche nach neuen Märkten ist der singende T-Shirt Drucker Atze Bauer bei seinen Konzerten immer auf Tuchfühlung mit Menschen. Musik sei die härteste Schule für perfektes Marketing, so seine Erfahrung. Wer sich mit seiner Musik durchsetzt, der kann auch T-Shirts verkaufen.
Andrea Schulte |
| 13.5.2009 12:47 MEZ |
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