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ATV-Gelände: «Die halbe Wahrheit?» |
| Streit geht in die nächste Runde |
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NÜRNBERG/GROSSREUTH - Der Rückzug der Deutschen Reihenhaus AG aus den Planungen auf dem früheren ATV-Gelände sorgt für Wirbel. Die Stadt weist Vorwürfe des Unternehmens über ein zu langwieriges Genehmigungsverfahren zurück.
Wie berichtet, hatte die Deutsche Reihenhaus AG einen Großteil des Grundstücks erworben und wollte hier Eigenheime bauen. Im Kaufvertrag hatte sich der Investor allerdings eine Klausel einbauen lassen, wonach er aussteigen kann, wenn der Bebauungsplan aus dem Jahr 2005 nicht bis zum 31. März 2009 rechtskräftig wird. Nachdem das Verfahren bis jetzt noch nicht abgschlossen ist, wurde diese Option gezogen. Das finanzielle Risiko sei einfach zu groß, hieß es in einer entsprechenden Erklärung.
Vehementer Widerspruch
Dem widerspricht nun das Stadtplanungsamt. Amtsleiter Josef Weber betont gegenüber dem Stadtanzeiger, dass sei «nur die halbe Wahrheit». Grund sei vielmehr, dass es Streit zwischen der Reihenhaus AG und dem ATV als Grundstückseigentümer über den Kaufpreis gegeben habe. Deshalb sei noch kein Baurecht auf dem Grundstück. Dies erklärte die Verwaltung auch in nichtöffentlicher Sitzung im Stadtplanungsausschuss, wo die CSU eine Anfrage gestartet hatte.
Dieser Darstellung widerspricht die Deutsche Reihenhaus AG vehement. In der Erklärung, die dem Stadtanzeiger vorliegt heißt es: «Es herrscht objektiv Einigkeit über den Kaufpreis. Dieses Einverständnis drückt sich in der Realität durch die Unterschriften aus, die alle Beteiligten im Jahr 2007 beim rechtsgültigen Kaufvertrag geleistet haben. Und genau in diesem Vertrag ist auch die Rücktrittsoption für den Fall, dass bis zum 31. März 2009 kein Bebauungsplan in Kraft getreten ist, festgeschrieben. Fehlende Einigkeit über den Grundstückspreis kann also nicht die Ursache unseres Rücktritts sein.»
«CSU tief beunruhigt»
Bei der CSU St.Leonhard/Schweinau/Großreuth fürchtet man, dass sich die Bebauung des ATV-Geländes jetzt möglicherweise um Jahre verzögert. CSU-Ortsvorsitzender Jochen Kohler: «Wir sind tief beunruhigt über die aktuelle Entwicklung.»Es wäre katastrophal, wenn sich der Investor nach so langer Vorarbeit endgültig aus dem Projekt verabschieden würde, so Kohler. Gerade im Hinblick auf den fehlenden Wohnraum, die vorhandene Nachfrage nach Neubauwohnungen und den im nächsten Jahr fallenden Startschuss für den Weiterbau der U-Bahn, müsse schnellstmöglich der Baubeginn auf dem ATV- Gelände fallen. Kohler weiter: «Es darf keine Investitionsruine zu Lasten der Bevölkerung und der Stadtentwicklung geben.»
Der Sportverein und Grundstücksbesitzer ATV hat sich bis Redaktionsschluss trotz wiederholter Anfrage zu dem brisanten Fall nicht geäußert.
Reinhard Schmolzi |
| 20.5.2009 |
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