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Die BayernLB pumpt Geld in zwei Edelhotels

Auch Schlosshotel am Wörthersee ist im Besitz
 Die BayernLB pumpt Geld in zwei Edelhotels
MÜNCHEN - Die Bayerische Landesbank hat kein Glück mit Hotels. Nicht nur, dass sie mit der Luxusherberge am Obersalzberg jedes Jahr Verluste in Millionenhöhe einfährt. Jetzt bestätigte ein Sprecher der Bank, dass die BayernLB über ihre österreichische Tochter auch am «Schlosshotel am Wörthersee» beteiligt ist.

Auch diese Luxusherberge erweist sich als Verlustbringer. Elf Millionen Euro hat das Hotel im vergangenen Jahr versenkt. Offiziell ist zwar die HypoGroup Alpe Adria am Hotel beteiligt - das österreichische Institut jedoch gehört der Bayerischen Landesbank. Die BayernLB will das Institut in absehbarer Zeit zwar sanieren und von Ballast befreien, zu dem die Luxusherberge gehört. Die Miesen machen einen Verkauf des Hotels nicht eben leichter.

Langer Leerstand

Das Schlosshotel am Wörthersee ist erst seit zwei Jahren in Betrieb. Weil sich Gunther Sachs als Eigentümer und die Kärntner Stadt Velden über Jahre hinweg nicht auf einen Plan hatten verständigen können, stand das Haus leer. Die gleichnamige Fernsehserie mit Roy Black spielte lediglich vor der Fassade. Innenaufnahmen drehten die Teams in anderen Hotels.

Schließlich gewann der mittlerweile tödlich verunglückte Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider die Hypo Alpe Adria als Investor - was ihm leichtgefallen ist, weil die Bank damals im Besitz des Landes Kärnten war. Sie steckte 2002 rund 120 Millionen Euro in Kauf, Um- und Ausbau des Schlosses zu einem Fünf-Sterne-Palast mit 39 Zimmern, 66 Suiten und etlichen Appartements, Haubenrestaurant und Sterneköchen inklusive. Für bis zu 850 Euro am Tag bietet das Haus höchsten Luxus. Doch der zieht in Zeiten der Krise nicht. Finanzminister Georg Fahrenschon ist das bekannt. Deshalb hat er die Landesbankkommission des Landtags über die Beteiligung informiert und erklärt, das Betreibermodell am Obersalzberg entspreche dem am Wörthersee. Während in Österreich die US-amerikanische Gruppe A Capella Hotels das Haus managt, zahlt den Betrieb die Schlosshotel Velden GmbH als Tochter der Hypo Alpe Adria. Am Obersalzberg kommt für die Kosten die Gewerbegrund auf, eine Tochter der Landesbank. Das Management besorgt die Interconti-Gruppe.

«Fühlen uns missbraucht»

Vor allem die Art, wie der damalige Finanzminister Kurt Faltlhauser das Projekt nahe Berchtesgaden durchgedrückt hat, empört heute den SPD-Fraktionschef Franz Maget. Faltlhauser habe Zahlen vorgelegt, «die das Vorhaben als wirtschaftlich sinnvoll erscheinen ließen», sagt Maget. «Wir fühlen uns von ihm missbraucht, weil er uns Unsinn erzählt hat und nicht ehrlich gewesen ist.» Dies ärgere ihn umso mehr, sagt der SPD-Politiker, weil er das Konzept aus Dokumentationszentrum und Hotel für richtig hält. «Aber ich muss doch wissen, dass das Millionen kosten wird. Ich hätte das trotzdem befürwortet. Aber ich weiß dann wenigstens, warum.»

Dass es auch anders geht, habe seinerzeit Europaminister Reinhold Bocklet bewiesen, der für den Freistaat eine millionenschwere Immobilie in Brüssel gekauft hatte. In ihr residiert Bayern - mit Rückendeckung der SPD. «Bocklet hat alle eingebunden und uns reinen Wein eingeschenkt», sagt Franz Maget. «Weil wir die Fakten kannten, stehen wir hinter dem Projekt.»

So unangenehm das alles auch für die BayernLB ist, weiterer Ärger steht ihr wohl nicht mehr ins Haus, zumindest nicht mit Hotels. Mehr als die beiden besitzt sie nämlich nicht.

Roland Englisch
29.5.2009
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