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Rauchverbot gelockert: Nachtschwärmer sind gelassen |
| Raucherclubs sind passé - Viele Kneipen und Bars bleiben rauchfrei |
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MÜNCHEN - Auf die Lockerung des Rauchverbots haben Kneipiers und Raucher in München gelassen reagiert. Bei hochsommerlichen Temperaturen genossen am Wochenende sowieso die meisten Gäste ihre Zigarette im Freien. Die neue Regelung halten viele Nachtschwärmer zudem für überflüssig. Laut Gesetz darf seit Samstag in Bayern in separaten Nebenräumen von Gaststätten und Diskotheken sowie in «getränkegeprägten» Einraumkneipen mit weniger als 75 Quadratmetern wieder geraucht werden. Raucherclubs dagegen sind Vergangenheit.
«Für uns ändert sich überhaupt nichts», sagte ein Angestellter im Wirtshaus im Fraunhofer, «wir bleiben dabei, dass drinnen nicht geraucht wird.» Wer qualmen wolle, müsse eben draußen sitzen. Auch im Café King, eine Bar mit separatem Tanzraum, bleibt alles beim Alten. Die neue Regelung würde zulassen, dass im Nebenraum geraucht wird, dort auch zu tanzen wäre laut Verordnung jedoch verboten. «Wir wollen sowieso lieber rauchfrei bleiben», sagte Barkeeper Patrick Lorenz.
Raucherclubs sind Vergangenheit
Im Forum Café, das bislang ab 22 Uhr als Raucherclub ausgeschrieben war, entschied man sich ebenso dagegen, einen Nebenraum als Raucherzone einzurichten, wie ein Mitarbeiter berichtete. Stattdessen ist die Bar nun gänzlich rauchfrei, wie am Samstag auf einem Schild an der Theke zu lesen war. Nachtschwärmer, die am Glimmstängel zogen, hielten sich auf der Terrasse auf. Unter ihnen die 32-jährige Inka Rosien, die es zwar ein wenig bedauerte, dass in ehemaligen Raucherclubs wie dem Forum nicht mehr geraucht werde. Aber tragisch sei das nicht.
Im X-Cess freute sich Barkeeper Hakan Yilmaz, 29, über die Lockerung des Rauchverbots. Weil die Kneipe klein genug ist, darf dort laut Verordnung ab sofort gequalmt werden. Nur der Aufkleber an der Tür erinnerte am Samstag noch an den ehemaligen Raucherclub, «Eintritt nur für Clubmitglieder» steht darauf geschrieben. «Wir hatten Glück», sagte Yilmaz. Christian Ertl aus München, der es sich vor dem X-Cess mit Zigarette gemütlich machte, pflichtete ihm bei.
Die Wünsche der Gäste anhören
«Ich bin froh, dass ich keine Mitgliedsbeiträge mehr für die Raucherclubs bezahlen muss», sagte er – auch wenn der Obulus nur ein, zwei Euro betrug. Den Vorschlag der ÖDP, alle Gaststätten rauchfrei zu halten, findet Ertl anmaßend. Er halte es lieber mit einer bayerischen Tradition: «Leben und Leben lassen». Zudem würden sich die Anwohner von Kneipen freuen, wenn Raucher nicht länger vor die Tür verbannt würden.
In den Diskotheken 089 Bar und Pacha wird man auf die Lockerung des Rauchverbots nicht reagieren, sagten Mitarbeiter dort. In der Gaststätte Augustiner am Platzl dagegen denkt Wirt Thomas Zeilermeier darüber nach, im ersten Stock einen Nebenraum für Raucher zu schaffen. «Wir hören uns aber erst einmal um, ob unsere Gäste das wollen», sagte er. Die meisten hätten sich mit dem Rauchverbot entgegen aller Bedenken arrangiert.
Erleichterung beim Hotel- und Gaststättenverband
Beim Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (BHG) sorgte die Lockerung des Rauchverbotes vorerst für Erleichterung. «Wir freuen uns darüber, dass endlich wieder Rechtssicherheit besteht», sagte der BHG-Hauptgeschäftsführer Ralf Schell. Allerdings drohe nach dem vielen Hin und Her um den Nichtraucherschutz in Bayern schon wieder der nächste Ärger. «Es ist zu befürchten, dass durch das Volksbegehren die Diskussion noch weiter angefacht wird. Das wird wieder zu einer extremen Polarisierung führen.» Die ÖDP will mit dem Volksbegehren wieder für komplett rauchfreie Gaststätten sorgen, Grüne und SPD sympathisieren damit.
dpa |
| 2.8.2009 12:38 MEZ |
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