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Extra Raucher-Räume nicht gefragt

Wie Gaststätten mit dem neuen Gesetz umgehen
 Extra Raucher-Räume nicht gefragt
Kloster Nürnberg
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Bratwurst Häusle Nürnberg
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NÜRNBERG - Seit 1. August gilt ein neues Gesetz zum Nichtraucherschutz. Bei den Wirten herrscht durch die Bank gelassene Zufriedenheit mit den Regelungen. In Speisegaststätten scheint sich das Nichtrauchen weitgehend wie von selbst eingebürgert zu haben, in kleinen Kneipen wird wieder frei aufgequalmt.

Im bekannten «Bratwurst Häusle» im Schatten der Türme von Sankt Sebald zieht durch das historische Gemäuer nach wie vor nur der würzige Grill-Qualm. Er wird dort vom stickigeren Tabakrauch auch keine Konkurrenz bekommen. Altstadt-Wirt Werner Behringer hätte dort gar keine Möglichkeit, einen vorgeschriebenen Raucherraum einzurichten. Ein paar Schritte weiter, in seinem «Goldenen Posthorn» - auch das «Bratwurst Glöcklein» gehört zu seinem Reich - hätte er diese durchaus, aber er nutzt sie nicht.

Bedarf ist nicht mehr da

«Der Bedarf ist offensichtlich nicht mehr da», sagt Behringer, der selbst seit acht Jahren die Finger von Glimmstängeln lässt. Wenn jemand einen runden Geburtstag mit rauchenden Gästen feiern möchte, würde er für diese geschlossene Gesellschaft ohne weiteres einen Extra-Raum anbieten. «Aber eine solche Anfrage kam bisher noch nicht. Die Leute haben sich daran gewöhnt, nicht zu rauchen.»

Der prominente Wirt würde es zwar nach wie vor am liebsten sehen, wenn er und seine Kollegen bei dieser Frage vollkommen freie Hand hätten, großen Anstoß nimmt er aber an der gegenwärtigen Rechtslage auch nicht.

Gäste gehen gerne vor die Tür zum qualmen

Sein Kollege Christian Bleitner, Betriebsleiter des bekannten «Bratwurst Röslein» in unmittelbarer Nähe des Hauptmarktes ignoriert die neuen Bestimmungen auf seine Art: «Einen Nebenraum wird es bei uns nicht geben. Das würde nicht mehr passen.»

Selbst eingefleischte Raucher unter seinen Gästen hätten Gefallen daran gefunden, dass die Gaststätte vollkommen rauchfrei ist. Sie gehen mittlerweile gerne vor die Tür, wenn sie ein paar Züge machen wollen. Das gleiche gilt im «Röslein» für geschlossene Veranstaltungen. Niemand, so Bleitner, habe bisher darum gebten, Aschenbecher aufzustellen. «Insofern berührt uns die Änderung der Gesetzeslage überhaupt nicht.»

Zwei Drittel der Gäste lehnen das Rauchen ab

So etwas wie einen Nichtraucherschutz light hat Heike Stahl in ihrem «Salon Regina» in der Fürther Straße eingeführt. Ab 23 Uhr erlaubt sie das Rauchen in ihrem Cafe, in dem auch kleinere Gerichte serviert werden.

Sie selbst ist sich ziemlich sicher, dass ihre Kneipe nicht größer als 75 Quadratmeter ist - dann dürfte ohnehin nach Herzenslust zur Zigarettenpackung gegriffen werden. «Ich bin aber noch nicht mit dem Meterstab unterwegs gewesen.» Zwei Drittel ihrer Gäste lehnten das Qualmen ohnehin kategorisch ab. Nur vereinzelt murrten Gäste darüber, dass nach elf Uhr gelegentlich Rauchschwaden durch den «Salon» ziehen.

«Das alte Nichtraucher-Gesetz war doch ein einziger Scheiß.»

Vollkommene Erleichterung über das Ende der aufgezwungenen Enthaltsamkeit herrscht im «Kloster» in der Oberen Wörthstraße. Die Kneipe ist garantiert nicht größer als 75 Quadratmeter. Und Bedienungen wie Donald müssen jetzt nicht mehr nach dem Mitgliedsausweis für den «Kloster»-Raucherclub fragen.

Der war eigens gegründet worden, als das strengere Gesetz eingeführt wurde, das nur bis Ende Juli Bestand hatte. «Die Zettel der Mitglieder-Kartei, die wir fein säuberlich geführt hatten, verwende ich jetzt als Schmierpapier», sagt Donald. Für ihn ist das also ein echter Beitrag zur Entbürokratisierung der Kneipenkultur. Und die jungen «Kloster»-Gäste schätzen das mit klaren Worten: «Das alte Nichtraucher-Gesetz war doch ein einziger Scheiß.»

Michael Kasperowitsch
11.8.2009
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