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Fürth: Shakespeare als Faschingsscherz |
| Im Stadtpark bringt das TKKG-Team «Was ihr wollt« auf die Bühne |
| Fürth: Shakespeare als Faschingsscherz |
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FÜRTH - Wer sich gerne Konfetti aus dem Haar klaubt, sollte bei Fürths wunderbarer Freilichtbühne im Stadtpark vorbeischauen. Dort zeigt das Theater aus dem KulturKammerGut (TKKG) noch bis 13. September Markus Nondorfs Inszenierung von William Shakespeares Komödie «Was ihr wollt«.
Ein Schiffbruch muss bei Shakespeare gerne mal als Einstieg in ein Drama herhalten. Schade nur, wenn die Havarie gleich auf die ganze Inszenierung abfärbt. TKKG-Chef Markus Nondorfs Regie-Kahn sinkt zwar nicht vollständig, hat aber gewaltig Schlagseite.
Polonäse dröhnt aus Lautsprechern
Mit lautem Tamtam entert das Ensemble in Karnevalskostümen die Freilichtbühne, Konfettiregen ergießt sich aufs Publikum, aus den Lautsprechern droht Gottlieb Wendehals, dass hier gleich die Löcher aus dem Käse fliegen. Man wähnt sich bei der Fastnacht in Veitshöchheim, aber nicht bei Shakespeares «Was ihr wollt«.
Die Verwechslungskomödie, die im Original «Twelfth Night« heißt, spielt in der Epiphaniasnacht, der letzten der zwölf Rauhnächte, die den Beginn der närrischen Zeit einleiten. Insofern leuchtet der Regieeinfall ein, alle Darsteller bis auf den Narren, der nur ab und an eine Clownsnase aufsetzen darf, zu verkleiden. Doch Obacht, Falle: Die Grenze zum albernen Slapstick ist da natürlich fließend. Und sie wird in der abgespeckten und von Oliver Karbus übersetzten TKKG-Version des öfteren einfach niedergetrampelt.
Rest Würde für Malvolio
Dabei schwingt bei den Komödien des großen englischen Dramatikers immer auch ein Hauch von Tragik mit. Im Fall von «Was ihr wollt« etwa in der Figur von Unsympath Malvolio, der übel gemobbt wird und am Ende verbittert Rache schwört. All das verpufft in den Abendhimmel, wenngleich Stefan Drücke immerhin versucht, der Rolle einen letzten Rest Würde zu lassen.
Wenn Nondorf Profis wie Drücke und Klaus Meile, der den Narren souverän spielt und damit viel rettet, neben teils noch blutjungen Laien agieren lässt, tut er damit weder den einen noch den anderen einen Gefallen - besonders dem erst 18-jährigen, leider mit wenig Stimme ausgestatteten Oliver Riedmüller als Herzog Orsino.
Einzig die Damen können punkten: Die 16-jährige Louisa Lüttjohann als Viola schlägt sich bravourös, überzeugen kann auch Esther Sambale als Gräfin Olivia. Für ein beherzt-zustimmendes «Tätä, tätä, tätä!« reicht das aber nicht.
bis 13. September täglich außer montags um 19.30 Uhr, Karten im NN-Ticketcorner, Telefonnummer 0911/216-2298 (ZAC-Rabatt)
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| 31.8.2009 |
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