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NÜRNBERG - In unserer Reihe «Mein Design« stellen wir in loser Folge Kreative aus Nürnberg vor. Dieses Mal Marisa Maters und Tobias Burkhardt, die gemeinsam das Modelabel Vontum gegründet haben - und auf Wertarbeit Made in Germany setzen.
Wo Vontum drauf steht, ist Deutschland drin, und das, obwohl Marisa Maters aus den Niederlanden stammt. Die Designerin, die eigentlich aus der Werbebranche kommt, hat mit Tobias Burkhardt in Gostenhof ein kleines Label gegründet, mit dem sie für Nachhaltigkeit und Transparenz wirbt.
Deutsche Handwerkstradition
Um zu erklären, wie sie auf die Idee kam, greift die 37-Jährige gerne auf ihre «Oma-Geschichte« zurück: «Ich erinnere mich, dass meine deutsche Großmutter Nachtwäsche hatte, die war so kuschelig, und die Qualität war einfach hervorragend.« Beeindruckt von so viel deutscher Handwerkstradition überlegte sie, dass es so etwas doch heute auch noch geben müsse - nur in modernem Design.
Und so ging sie in ganz Deutschland auf die Suche nach Partnern, die ihre Philosophie teilen. Alle Materialien und Stoffe, die Vontum verwendet, kommen von deutschen Firmen, die hohe ökologische und soziale Standards einhalten: «Deutschland ist da ganz weit vorne.« Die Kartons, in denen die Teile verpackt sind, kommen sogar aus der Nachbarschaft: Von der Firma Karl Meier.
Damen- und Herrenkollektion
Die Schnitte entwirft Marisa Maters selbst, Tobias Burkhardt unterstützt sie bei der Herrenkollektion. Auch beim Nähen wird auf Handarbeit gesetzt, sprich auf freiberufliche, ausgebildete Schneiderinnen ihres Vertrauens. «Wir können garantieren, dass bei uns kein Kind an der Nähmaschine sitzt und dass die Farbe für die Produkte nicht im Neckar landet«, sagt Tobias Burkhardt. Wer’s nicht glaubt, kann auf der Website den ins Kleidungsstück eingenähten Produktcode suchen und erhält einen detaillierten «Geburtsschein« seines Shirts oder Kleids inklusive Fotos der am Arbeitsprozess beteiligten Personen.
Einerseits sei die Finanzkrise natürlich der denkbar schlechteste Zeitpunkt, eine Firma zu gründen, andererseits: «Der Trend geht weg von ,Geiz ist geil’ und Wegwerfmentalität hin zu Nachhaltigkeit.« Die beiden Freunde sind Überzeugungstäter, aber keine Moralapostel: «Wir agieren nicht mit dem erhobenen Zeigefinger!«, betont Burkhardt. Der 34-Jährige ist gerade in Elternzeit und nutzt Vontum, um «mal was anderes zu machen als Windeln wechseln.«
Vertrieb über das Internet
Mit einer ersten, kleinen Sommerkollektion für Damen und Herren ruft das Duo eine neue Schlichtheit aus: Klassische, zeitlose Schnitte zeichnen den Stil aus. «Wir machen keine Mode für eine Saison«, sagt Marisa Maters. Ihr ist wichtig, dass ihre Mode flexibel ist und sowohl elegant als auch lässig kombiniert werden kann.
Vertrieben werden die Stücke momentan ausschließlich übers Internet. Im Web 2.0. nutzt Vontum alle verfügbaren Formen der Kommunikation, ist bei Twitter und Facebook vertreten und hat einen eigenen Blog. Für die Zukunft schwebt Burkhardt und Maters vor, Vontum als «offene Marke« zu gestalten: Es kann also sein, dass der Kunde demnächst im Netz interaktiv mit an den Schnitten arbeiten kann.
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