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19.09.2009
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Junger Feuerwehrler wird zum Helden von Ansbach

Der Schüler Johannes Knoblach (18) bewies Zivilcourage - «Es war klar, dass ich helfe«
 Junger Feuerwehrler wird zum Helden von Ansbach
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ANSBACH - Am Tag danach geht der Held lieber nicht ans Telefon. Ohnhin könnte er sie wohl gar nicht alle entgegennehmen, die vielen Anrufe der Gratulanten. Und der Journalisten, die wahlweise gerne ein kurzes Statement zum Mitschreiben oder ein längeres Interview vor laufender Kamera mit ihm gehabt hätten.

Weil also Johannes Knoblach sein Handy ausgeschaltet hat, darf Gerhard Roch ran. Der macht das gern. Schließlich ist er der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Herrieden und daher gehörig stolz darauf, dass die Ausbildung bei dem erst 18-jährigen Feuerwehrmann Knoblach so gut funktioniert hat.

«Wie er es gelernt hat«

«Johannes war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Fleck«, sagt Roch. «Er hat seinen Job gemacht, so wie er es bei uns gelernt hat.« Der richtige Fleck war tags zuvor das Gymnasium Carolinum in Ansbach gewesen. Die richtige Zeit der Moment, in dem Georg R. in dieser Schule Amok lief. Johannes Knoblach, ebenso wie der Amokläufer in der 13. Klasse, saß in der Mensa im Erdgeschoss, als ihm von oben ein Schüler entgegenkam, der völlig verstört wirkte. Gleichzeitig waren laute Panikschreie zu hören. Und der Satz: «Da wirft jemand Molotow-Cocktails.«

Knoblach setzte per Handy einen Notruf ab. Dann rannte er nach oben. «Ich bin seit 2001 bei der Feuerwehr Herrieden. Es war für mich klar, dass ich helfe, wenn es brennt«, sagte er der Fränkischen Landeszeitung, die ihn abends der Theaterprobe traf. Denn der Gymnasiast ist nicht nur Hobby-Feuerwehrmann, sondern auch talentierter Hobby-Schauspieler. Sein Ziel nach dem Abitur: die Schauspielschule.

Ein geschockter Lehrer

«Als ich an der Treppe war, ist mir gleich ein Molotow-Cocktail entgegengesegelt«, beschrieb er die Geschehnisse in der Schule weiter. Dann kamen ihm geschockte Lehrer entgegen, die ihn zum Umkehren aufforderten. «Aber ich wollte weiter vorrücken und helfen. Das ist in mir als Feuerwehrler so drin.«

Weiter oben traf er auf Polizisten. Ihnen folgte er, entdeckte einen Wandhydranten, rollte den Schlauch aus, ging damit ins Klassenzimmer und löschte. Zu dem Zeitpunkt brannten jedoch nur noch ein paar Gegenstände. Von außen erlebte Knoblach danach mit, wie die Polizisten den Amokläufer in der Toilette überwältigten. R. blutete durch die Schussverletzungen stark. Der Mitschüler suchte Verbandszeug. Dann aber kamen andere Polizisten und brachten ihn aus dem Gebäude.

Doppelter Schreck

Als Kommandant Roch die Nachricht vom Amoklauf bekam, erschrak er erst einmal doppelt: Der Anrufer - auch Feuerwehrmann - sagte zu ihm: «Johannes Knoblach stand im Zentrum des Einsatzgeschehens«. Roch dachte schon an das Schlimmste. Wenigstens schickte der Anrufer die Auflösung gleich hinterher: «Er ist der Held von Ansbach.« Der 18-Jährige selbst sieht seine Rolle in diesem wahren Drama nüchterner «Als Feuerwehrler wird man auf so etwas vorbereitet. Im Ernstfall denkt man daran, dass man den Verletzten helfen will, und an die Brandbekämpfung.«

Gudrun Bayer
19.9.2009
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