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Beckstein für Videoüberwachung

Nachbargespräch: Kameras auf Bahnhöfen sorgen für mehr Sicherheit
 Beckstein für Videoüberwachung
Günther Beckstein
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LANGWASSER - CSU und die Seniorenunion luden zum Nachbarschaftsgespräch ins Arvena-Park-Hotel ein. Gesprächspartner und Ehrengast war der langjährige Langwasser-Bürger und Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein.

Mit von der Partie waren auch der Fraktionsvorsitzende und Bundestagskandidat Michael Frieser, der die Moderation übernommen hatte, sowie die Ortsvorsitzenden Alexander Christ (Langwasser Nord) und Lutz Quester (Langwasser Süd).

Den interessierten Langwasser-Bewohnern, die zahlreich erschienen waren, lag manche Frage, explizit ihren Stadtteil betreffend, auf dem Herzen. Diskutiert wurden die wirtschaftliche und bauliche Entwicklung in Langwasser, die Situation der Jugendlichen, die Sicherheit und die Möglichkeiten der Gewaltprävention – ausgelöst durch die jüngsten Vorkommnisse in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Sichtlich betroffen spannte der ehemalige Ministerpräsident einen Bogen vom Tötungsdelikt an einem Fünfzigjährigen in München zur Sicherheit in Nürnberg und speziell in Langwasser. Der Mann war - wie berichtet - in Solln von Jugendlichen brutal zusammengeschlagen worden und an seinen Verletzungen gestorben, nachdem er Kindern in der S-Bahn zu Hilfe gekommen war.

Abschreckende Wirkung

Nachdrücklich forderte Beckstein eine Videoüberwachung auf U- und S-Bahnhöfen und an allen öffentlichen Plätzen. «Studien zufolge sind Gewaltdelikte an videoüberwachten Orten rückläufig. Schon ein Schild als Hinweis darauf hat eine hemmende, wenn nicht sogar abschreckende Wirkung», ließ er wissen. Den Rufen nach härteren oder längeren Jugendstrafen erteilte der Jurist Beckstein indes eine Absage, da das bestehende Strafmaß ausreiche und in der Praxis nur Anwendung finden müsse. «Das Gesetz besagt, dass Heranwachsende nach dem Erwachsenenstrafrecht und nur in Ausnahmefällen nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen sind.»

Infolge der erschreckenden Zunahme an Gewalt und Brutalität unter den Jugendlichen müssten nach seiner Einschätzung besonders grausame PC-Killerspiele verboten werden. «Das Spiel Counter-Strike wurde von der US-Army entwickelt, um die Gewaltschwelle bei den Soldaten herabzusetzen. Derartige Spiele gehören nicht nur zensiert, sondern verboten!» Auch müsse die Gewaltprävention in und an den Schulen weiter ausgebaut werden, denn die pädagogischen Maßnahmen der Vergangenheit hätten bereits Wirkung gezeigt – die Gewaltdelikte an den Schulen seien zurückgegangen.

Manfred Richter vom Bürgerverein Langwasser griff beim Thema Jugendliche und Gewaltprävention den Faden auf und bezog sich auf eine kürzlich eskalierte Bürgerversammlung, in der sich Anwohner gegen den geplanten zweiten Jugendunterstellplatz in Langwasser gewehrt hatten (der Stadtanzeiger berichtete). Richter bat darum, aufgrund der Größe Langwassers mehr Streetworker – derzeit gibt es lediglich zwei, die fast rund um die Uhr Dienst leisten – einzusetzen.

Einige Anwesende forderten mehr Polizeipräsenz. Beckstein betonte, dass im vergangenen Jahr mit 39600 Polizeibeschäftigten der bisherige Höchststand in Bayern erreicht worden sei. Den Langwasseranern sicherte er mittelfristig eine eigene Polizeiinspektion zu. Diese sei in Planung, doch einen konkreten Zeitpunkt könne er noch nicht nennen, da der Landtag die Mittel erst bewilligen müsse.

Sehr interessiert waren die Teilnehmer daran, was der Ministerpräsident außer Dienst denn jetzt so tut? «Ich arbeite statt 200 nur noch 100 Prozent und freu mich, dass ich jetzt wieder ein bisschen mehr Zeit zu Hause verbringen kann. Immerhin hab‘ ich dieses Jahr schon drei Mal den Rasen in meinem Garten gemäht», lachte Beckstein. Sabine Beck

Sabine Beck
23.9.2009
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