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Geldstrafe für Studentin

Anti-Neonazi-Protest hatte ein gerichtliches Nachspiel
 Geldstrafe für Studentin
FORCHHEIM (Eig. Ber./rus) - Das Amtsgericht Forchheim hat eine 24 Jahre alte Studentin, die sich bei Anti-Neonazi-Protesten in Gräfenberg mit der Polizei angelegt hatte, zu einer Geldstrafe verurteilt.

«Ja, ich bin schuldig», rief die zierlich wirkende Angeklagte im Gerichtssaal wie bei einer politischen Rede. «Aber nicht im Sinne der Anklage, sondern schuldig, Zivilcourage gezeigt zu haben und schuldig, nicht weggeschaut zu haben.»

Die Staatsanwaltschaft listete ein Paket an Vorwürfen gegen die junge Frau auf - alles im Zusammenhang mit Kundgebungen gegen Rechtsextremisten in Gräfenberg: Teilnahme an der Sitzblockade vom 25. Juli 2008, zweimal Körperverletzung, Widerstand gegen Polizeibeamte.

Beim Wegtragen von der Blockade habe sie sich gewehrt. Dabei soll sich ein Polizist die Handknöchel an einer Hauswand aufgeschürft haben. Außerdem soll die 24-Jährige so schwungvoll gegen eine Kette der Einsatzkräfte vorgegangen sein, dass die Hand eines Beamten gegen eine Laterne gedrückt wurde.

Widerstand und Körperverletzung: Die Studentin habe in Kauf genommen, dass jemand zu Schaden komme, befand das Gericht und verurteilte die junge Frau aus Erlangen zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à zehn Euro.

Flugblätter verteilt

Unterdessen hat die rechtsradikale Szene in Gräfenberg einen neuen Kurs eingeschlagen: Sympathisanten der braunen Ideologie verteilten erst in diesen Tagen massenweise Flugblätter vor dem Schulzentrum und am Bahnhof. Zugleich klebten sie im Ort Plakate. Die Neonazis reduzierten zwar ihre Kundgebungen, so Bürgermeister Werner Wolf (Freie Wähler), «werden aber im Gegenzug immer unberechenbarer».

Die Rechtsradikalen hatten angekündigt, ihre monatlichen Aufmärsche in Gräfenberg einzustellen. Der vorläufige Rückzug bedeute eine «Neuorientierung der öffentlichen Präsenz», aber nicht den generellen Verzicht auf Kundgebungen in der Region, heißt es im Internetauftritt.
7.10.2009
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