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Schüler wegen Sweatshirt festgenommen

Er trug bei der Demo das Kürzel «Alle Bullen sind Bastarde» auf der Brust - Anzeige erstattet
 Schüler wegen Sweatshirt festgenommen
NÜRNBERG - Wegen des Aufdrucks «A.C.A.B.» auf seinem Sweatshirt ist ein 15-Jähriger bei der Bildungsdemo am Dienstag festgenommen worden. Er musste sich im Präsidium nackt ausziehen.

«All Cops Are Bastards», «alle Bullen sind Bastarde» - so lautet die Übersetzung des englischen Kürzels, das auf unzähligen Hauswänden zu lesen ist.

Robin, ein 15-jähriger Nürnberger Gymnasiast, trug es auf einem Shirt, das ihm seine Eltern von einer Reise mitgebracht hatten.

In der Nähe der Lorenzkirche stach die provozierende Aufschrift Polizeibeamten ins Auge, die den Demonstrationszug der Nürnberger Schüler und Studenten zur Lorenzkirche begleiteten.

Was dann geschah, kritisiert Robins Vater gegenüber unserer Zeitung als «völlig überzogen», während Polizeisprecher Peter Schnellinger von einem «ganz normalen Ablauf» spricht: Der Junge wurde festgenommen und in die Gefangenensammelstelle im Polizeipräsidium gebracht. Dort wurde er durchsucht und musste sich hinter einem Wandschirm splitternackt ausziehen.

Für Schnellinger ein übliches Verfahren, bei dem ausgeschlossen werden soll, dass ein Verhafteter irgendwelche gefährlichen Gegenstände dabeihat. Dies geschehe zum Schutz der Betroffenen, aber auch der Polizeibeamten.

Dass wegen der «A.C.A.B.»-Aufschrift hart durchgegriffen wird, sei einer Absprache mit den Staatsanwaltschaften Nürnberg-Fürth und Ansbach zu verdanken, die vom April dieses Jahres stammt. Ist die beleidigende Buchstabenkombination bei Demonstrationen und Versammlungen zu sehen, wird seither immer ein bedingter Vorsatz unterstellt und der Betreffende wegen Beleidigung angezeigt. Die Regelung sei getroffen worden, um Rechtssicherheit im Umgang mit dem «A.C.A.B.»-Kürzel zu bekommen, so Peter Schnellinger.

Nach zwei Stunden konnte der 15-Jährige, der laut Polizei keine Angaben zu dem Vorfall machte, das Präsidium wieder verlassen. Sein Sweatshirt allerdings behielten die Beamten vorläufig. Er habe auf dem Heimweg ziemlich gefroren, berichtet der Schüler. c.s.
19.11.2009
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