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Schweinfurt: Vater tötete Tochter mit 68 Messerstichen

Mädchen wollte den "muslimischen Weg nicht mitgehen"
 Schweinfurt: Vater tötete Tochter mit 68 Messerstichen
Justizgebäude
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SCHWEINFURT – Fünf Monate nachdem er seine Tochter mit einem Fleischermesser getötet hat, hat die Staatsanwaltschaft Schweinfurt einen Familienvater wegen Mordes angeklagt. Der 45 Jahre alte Türke soll die schlafende 15-Jährige aus Ärger über deren Lebenswandel und aus Angst um die Ehre seiner Familie mit 68 Messerstichen umgebracht haben. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, muss nun das Landgericht Schweinfurt entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird. Dem Mann droht bei einem Schuldspruch eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kaufmann vor, die 15-Jährige Ende Juni heimtückisch ermordet zu haben. Der mutmaßliche Täter konnte kurz nach der Tat festgenommen werden. Er hat das Verbrechen wenig später gestanden. Als Motiv gab der Inhaber einer Döner-Bude an, «er habe Probleme damit gehabt, dass seine Tochter nicht den muslimischen Weg mitgehen wollte», erklärte damals ein Polizeisprecher.

Diskussion über Ehrenmorde

Den Ermittlungen zufolge hatte der Mann das Messer aus der Küche seiner Wohnung in Schweinfurt genommen und war in die darunter liegende Wohnung gestürmt, wo die 15-Jährige im Wohnzimmer ihrer Großmutter auf einer Couch schlief. Dort soll er auf das wehrlose Mädchen eingestochen haben. Als eine Verwandte den Notruf wählte und die Rettungskräfte eintrafen, kam für die Jugendliche bereits jede Hilfe zu spät.

Die Bluttat hatte später eine Diskussion über das Motiv des Angriffs, sogenannte Ehrenmorde und die Integrationsfähigkeit von Muslimen in Deutschland ausgelöst. Der Angeklagte wird derzeit noch psychiatrisch untersucht. Einen Beginn des Prozesses noch in diesem Jahr hält die Staatsanwaltschaft für unwahrscheinlich.

dpa
25.11.2009 11:30 MEZ
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