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Ringen: Johannis 07 besiegelt Aufstieg mit 38:0-Sieg

Verein könnte mit der guten Stimmung in der Mannschaft auch weiter punkten
 Ringen: Johannis 07 besiegelt Aufstieg mit 38:0-Sieg
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NÜRNBERG - Tim Schleicher hat äußerlich mit einem Grizzly, den sich die Ringer des SV Johannis 07 Nürnberg zum Vorbild erkoren haben, mit seinen gut 56 Kilogramm Körpergewicht nichts gemein. Der deutsche Meister verkörpert jedoch Können, Willenskraft und Entschlossenheit einer Mannschaft, «die durch die Rückschläge der vergangenen Jahre zusammengeschweißt wurde und sich in dieser Saison den Frust von der Seele gerungen hat», wie er es als einer ihrer Vorzeigeathleten ausgedrückt hat.

Vor ziemlich genau einem Jahr gab es am Zeisigweg keinerlei Grund zum Jubeln, das Abenteuer Bundesliga endete mit 0:28 Punkten. Umso größer war die Begeisterung auf und neben der Matte in dieser Saison. Im letzten Heimkampf setzten die Grizzlys noch ein Ausrufezeichen: Mit 38:0, einem Ergebnis, an das sich selbst altgediente Johanniser nicht erinnern können, über den FC Erzgebirge Aue, immerhin Zweitliga-Vierter, wurde den begeisterten Zuschauern das Kommen versüßt. Die Rückkehr in die Bundesliga steht seit Wochen fest, bei 34:0 Punkten zweifelt niemand daran, dass die Weiße Weste auch im letzten Kampf bei WKG Pausa/Plauen nicht mehr befleckt wird.

Ringer liegen sich freudestrahlend in den Armen

«Johannis ist für uns und die gesamte Liga eine Nummer zu groß», gaben Aues Verantwortliche zu. Zu spüren bekam das auch Nico Schmidt, als WM-Fünfter selbst ein Weltklasse-Athlet und Deutschlands Ringer des Jahres 2009: Der 120-kg-Mann stand gegen den über 25 kg leichteren Yoel Romero beim 0:3 auf verlorenem Posten. Keine Runde ging an die Gäste, achtmal kassierten sie die Höchststrafe von 0:4.

Danach lagen sich die Johannis-Ringer freudestrahlend in den Armen, bewiesen mit Gesangs- und Tanzeinlagen auf der schnell bier-feuchten Matte, dass sie auch im Feiern über erstklassige Qualitäten verfügen. «Das wird länger und für den einen oder anderen auch härter als sein Kampf», war sich Cheftrainer Bernhard Rieger sicher. Von Ermüdungserscheinungen war zu diesem Zeitpunkt noch nichts zu spüren – «so, wie in der ganzen Saison nicht. Wir haben uns als Mannschaft keine Schwächephase geleistet», wie er in seinem positiven Fazit herausstrich.

Planungen auf gutem Weg

Er sieht ebenso wie Abteilungsleiter Guido Fischer und Manager Fred Pscherer die Planungen auf einem guten Weg; sprich: der Aufstiegskader soll weitestgehend gehalten werden; vor allem natürlich die jungen Eigengewächse mit Schleicher, Christoph Pscherer, Fabian Schmitt und Sven Dürmeier an der Spitze.

«Die gute Stimmung in der Mannschaft», nennt Schleicher als ein Pfund, mit dem Johannis wie kaum ein anderer Verein bei der Zusammenstellung des Kaders wuchern könne. Er denkt bereits an Siege über die fränkische Bundesliga-Konkurrenz aus Hof und Lichtenfels. So redet keiner, der mit einem Wechsel liebäugelt, auch wenn andere Erstligisten nach ihm und anderen Johannis-Talenten ihre Fühler ausgestreckt haben.

Suche nach wirtschaftlich tragbarem Netz

Seit Wochen wird daher an einem wirtschaftlich tragfähigem Netz gearbeitet, um alle Abwerbungsversuche ins Leere laufen zu lassen. «Nicht leicht, aber machbar», gibt sich Fischer zuversichtlich – selbst ein Bleiben des kubanischen Weltklasse-Ringers Yoel Romero ist vorstellbar. «Er passt nicht nur sportlich, sondern auch menschlich, bringt zusätzliches Feuer rein», macht sich nicht nur Schleicher für ihn stark. Das jedoch ist primär eine Frage der Finanzen – und da ist bei aller Aufstiegseuphorie kühler Kopf angesagt, denn ein finanzielles Abenteuer soll die Bundesliga auf keinen Fall werden.

Wieland Peter
14.12.2009
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