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Webmasters Akademie hat Zulassung zum Fernstudium |
| Großteil der Kurs-Teilnehmer findet wieder Einstieg ins Berufsleben |
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NÜRNBERG - Thorsten Schneider ist im ersten Beruf Humanbiologe. Seinen Doktor machte er in der Asthmaforschung. Doch dann wechselte er die Spur: Vor elf Jahren gründete er eine Webmaster-Akademie, die erste in Deutschland überhaupt.
In diesem Schulungsraum sitzen ziemlich erschöpfte junge Frauen und Männer vor ihren Bildschirmen. Sie haben gerade die Abschlussprüfung absolviert. Wer bestanden hat, darf sich nach den sieben Monaten Intensivlernens Webdesigner, Webmaster oder Mediendesigner Web & Print nennen.
«Fantastische« Stimmung
«Am Schluss war es richtig stressig«, sagt Alexander Raschke. Seine Stärke ist Marketing. In Hof hatte er Betriebswirtschaftslehre studiert und sattelt jetzt den Webdesigner drauf. An seinem Computer schaut er stolz auf die Website seines fiktiven Reisebüros, Spezialanbieter von Abenteuerreisen. In der Tat, abenteuerlich ist der Touristenflug mit der russischen Mic für schlappe 15.750 € schon.
Raschkes Nachbarin auf der Schulbank, Sabine Kranz, hat schon eine Ausbildung als Mediengestalterin hinter sich. Ihre Website bietet Reisen für Reiche durchs All an. Die Stimmung ist gut: In dieser Akademie darf gelacht werden. Fast tut es Raschke etwas leid, dass in wenigen Tagen Schluss ist. «Wir sind hier ein fantastisches Team.«
In einem anderen Schulungsraum sitzt eine Gruppe, die erst Halbzeit hat. Aktuell sind diese Schüler in der Projektphase. Thomas Gaucks fantastisches Reisebüro hat Touren durch den Regenwald im Programm. Vorerst bastelt er noch am Layout, mit der Photoshop-Software. Er findet den Kurs «sehr anspruchsvoll, die Lernkurve geht steil nach oben«.
Fuß fassen im festen Job
Natürlich hoffen sie alle, nach Ende der Weiterbildung einen festen Job zu finden. Die Statistik darüber sagt: 80 Prozent der Teilnehmer haben sechs Monate nach Beendigung der Maßnahme auf dem Arbeitsmarkt Fuß gefasst. Dass diese Integration klappt, muss die Webmasters Akademie stets gegenüber der Arbeitsagentur nachweisen. Denn im Schnitt werden zwei Drittel der Teilnehmer öffentlich gefördert, der Preis ist kein Pappenstiel: 10.000 bis 11.000 € kostet der siebenmonatige Kurs.
Was ist eigentlich ein Webmaster? Die beste Definition, erzählt der Chef Thorsten Schneider, finde man bei Wikipedia - und fügt in bescheidenem Ton an, er habe daran mitgearbeitet. Schneider erklärt den schwer greifbaren Beruf so: Die Aufgabe umfasse Planung, Gestaltung, Entwicklung und Betrieb von Web-Anwendungen. Inzwischen sei der Job zu vielfältig für eine einzige Person, deshalb gebe es weitere Spezialisierungen. Ein Webmaster sei heute ein Projektmanager, eine Art Architekt auch mit beratender Funktion.
Schneider, aus Wetzlar stammend, hätte eine schöne Karriere in der medizinischen Grundlagenforschung machen können, hätte er sich nicht einst infiziert mit dem Internet-Virus. Das geschah in einem Labor in Kanada. Der Austausch von Informationen mit anderen Wissenschaftlern über das Internet faszinierte ihn. Außerdem machte es ihm schon in den Studienjahren Spaß zu unterrichten. «Ich habe den Didaktiker in mir.«
Anfangs, gesteht er, habe er dennoch manchmal gezweifelt, ob der Laufbahnwechsel die richtige Entscheidung war. «Heute bin ich froh darüber. Ich bereue nichts.« Auch nicht die turbulente Zeit gleich nach der Gründungsphase in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz), als 2001 die Börsenblase platzte. War die Akademie im Jahr 2000 noch ausgebucht, folgte 2002 der Einbruch.
Nach Nürnberg umgesiedelt
Ein Jahr später siedelte Schneider mit seiner Firma nach Nürnberg um in der Erkenntnis: «Zweibrücken ist nicht der Nabel der Welt.« Nach längerer Prüfung der Standorte machte Nürnberg als «aufstrebender IT-Standort mit bezahlbarem Wohnraum« das Rennen. Denn die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und müssen hier für die Schulungsdauer eine günstige Bleibe finden.
Der jüngste Erfolg der Webmasters Akademie ist die staatliche Zulassung ihres Fernstudiums. Den Anstoß dazu brachten die vielen Anfragen von Interessenten, die - zum Beispiel aus beruflichen Gründen - nicht für ein gutes halbes Jahr abkömmlich sind. Die selbst erstellten Unterrichtsunterlagen wurden fernstudiumstauglich gemacht - jetzt kann’s losgehen, auch im berufsbegleitenden Fernstudium.
Angela Giese |
| 16.12.2009 |
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