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Das historische «Barockhäusle« brannte aus

Gasflaschen fingen Feuer - Es herrschte akute Explosionsgefahr
 Das historische «Barockhäusle« brannte aus
Foto: Beyer, Matejka
Bitte Bild anklicken!
Foto: Beyer, Matejka
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NÜRNBERG - Das unter Denkmalschutz stehende «Barockhäusle« an den Hesperidengärten ist ausgebrannt. Eine Bewohnerin kam mit einer leichten Rauchvergiftung ins Klinikum. Bei einem weiteren Brand erlitt ein 33-Jähriger schwere Verbrennungen.

An Barbara Kiderlins Wohnungstür läutete es Sturm. «Es brennt!«, rief jemand. Die Bewohner, die im Haus neben dem «Barockhäusle« in St. Johannis leben, rannten hinunter auf die Straße. Barbara Kiderlin blickte auf den Feuerschein auf der Rückseite des historischen Fachwerkhauses; dort, wo im Sommer ein hübscher Biergarten betrieben wird und der Hinterhof in die idyllischen Hesperidengärten übergeht, stiegen Flammen in den Himmel. Die Wirtin bangte um ihre «Kaffeestube«, die sie seit 17 Jahren im «Barockhäusle« betreibt.

Mehrere Hunderttausend Euro Schaden

Das Café blieb verschont, nur die Fenster barsten. Die «Bier- und Weinstube« im selben Haus und die Wohnung darüber brannten aus. Eine 58 Jahre alte Frau, die dort lebte, wurde mit einer leichten Rauchvergiftung ins Klinikum gebracht. Polizei und Feuerwehr schätzen den Schaden an dem denkmalgeschützten Haus auf mehrere Hunderttausend Euro.


Weshalb es gebrannt hat, ist laut Polizeisprecherin Simone Wiesenberg noch unklar. Die Brandfahnder der Kripo ermitteln. Fakt ist bislang: Gasflaschen, die im Hof des «Barockhäusle« standen, fingen am Morgen Feuer. Gegen 7 Uhr gingen mehrere Notrufe bei Polizei und Feuerwehr ein. Die Flammen griffen schnell auf das Haus über. Sie bahnten sich ihren Weg vom Erdgeschoss bis zum Dachstuhl.

Akute Explosionsgefahr

Laut Hans-Peter Reißmann, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr, herrschte akute Explosionsgefahr. Um diese zu bannen, löschte und kühlte die Feuerwehr die Gasflaschen. Aus der Deckung heraus, mit Abstand, richtete sie einen kalten Wasserstrahl auf die Flaschenhälse. Wenn die Flaschen geplatzt wären, wäre es vorbei gewesen, sagt Reißmann. Bei einer Explosion wären sämtliche Häuser in einem Umkreis von 60 Metern in Mitleidenschaft gezogen worden, fährt er fort.

Parallel hielten Feuerwehrleute die Flammen in Schach und verhinderten, dass sie sich auf die Nachbargebäude ausbreiteten. Sicherheitshalber waren diese evakuiert worden. Die meisten Bewohner waren allerdings schon nicht mehr zu Hause, als das Feuer ausbrach. Für die vier, die noch da waren, stellte die VAG einen geheizten Bus zur Verfügung. Später öffnete die Feuerwehr das Dach, um Feuer und Glutnester zu löschen. Die Arbeiten zogen sich den ganzen Vormittag über hin. Die Johannisstraße war für etwa zwei Stunden in beiden Richtungen gesperrt. Auch die Straßenbahn stand still.

Mann schwer verletzt

Am Abend zuvor war ein 33-Jähriger bei einem Brand in seiner Wohnung in der Künhoferstraße (Gärten bei Wöhrd) schwer verletzt worden. So wie es bislang aussieht, hatte er zu viel Ethanol in seinen Ofen geschüttet. Eine Stichflamme steckte die Kleidung des 33-Jährigen in Brand. Die Feuerwehr fand den jungen Mann. Er lag mit schweren Verbrennungen im Flur. Über die Drehleiter wurde er vom fünften Stock nach unten gebracht und in die Schwerverbranntenabteilung ins Südklinikum gebracht.

Wenige Stunden vorher war in einem Metallbetrieb in der Vogelweiherstraße ein Kabelschacht in Brand geraten. Die Ursache: Schmelzwasser war eingedrungen und hatte zu seinem Kurzschluss geführt. Der Schaden: rund 100.000 Euro.

Sabine Stoll
24.12.2009
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