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Johannis ringt um die Zukunft der eigenen Jugend

Erfolg ist planbar: Am Zeisigweg bemüht man sich um ein Förderkonzept
 Johannis ringt um die Zukunft der eigenen Jugend
SV Johannis
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Foto: Hippel
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NÜRNBERG - Es war für rund 100 der besten deutschen Jugendringer die erste wichtige Standortbestimmung des Jahres: ein Sichtungsturnier bei der SV Johannis. Nicht nur die Qualifikation für den Länderkampf gegen Polen stand auf dem Spiel.

Jürgen Scheibe, der deutsche Nachwuchs-Bundestrainer, ist nicht oft in Nürnberg zu Gast, trotzdem ist er gut informiert: «Die SV Johannis ist durch seine gute Arbeit in der Vergangenheit hochverdient Träger des Bundesstützpunkts geworden.« Ein wichtiges Lob, betrachtet man die Situation, in der sich das deutsche Ringen befindet. Im Nachwuchsbereich konnte sich der Deutsche Ringer-Bund auf Europa- und Weltmeisterschaften gut etablieren. Lediglich der Sprung vom Junioren- zum Seniorenbereich will nicht so recht glücken.

Schleicher will nicht wechseln

Den Grund sieht Scheibe im deutschen Sportsystem: Im Jugendbereich sind die Bedingungen international in etwa vergleichbar. Beenden die Athleten jedoch ihre Schullaufbahn, sind sie häufig gezwungen. sich zwischen Sport und gesicherter Berufslaufbahn zu entscheiden. In den starken Ringernationen müssen erfolgreiche Sportler keine Sorgen um die Zukunft machen. Dieses Problem hat man in Nürnberg längst erkannt. Johannis-Abteilungsleiter Guido Fischer sieht das Erfolgskonzept in einem ganzheitlichen Modell: «Wir versuchen, den Sportlern möglichst perfekte Rahmenbedingungen zu schaffen und legen dabei großen Wert auf die soziale Komponente. Jeder versucht, den anderen zu unterstützen. Nicht nur in sportlichen Fragen, sondern auch beispielsweise beim Suchen geeigneter Ausbildungsstätten sind wir immer für unsere Sportler da.«

Die Kooperation mit der Bertolt-Brecht-Schule, die Möglichkeit, Jugendliche im Sportinternat «St. Paul« unterzubringen und ein hauptamtlicher Landestrainer vor Ort sichern eine lückenlose Infrastruktur, die für die erfolgreiche schulisch-sportliche Ausbildung notwendig ist. Damit das Ringen in der Region so weit kommen konnte, musste die SV in den letzten Jahren sehr viel Eigeninitiative zeigen. Diese Botschaft kommt bei den Ringern an.

Spricht man mit Nürnbergs Spitzenathleten Tim Schleicher, merkt man schnell, dass ein Wechsel zu einem anderen Verein kein Thema ist: «Ich fühle mich hier so wohl und gut versorgt, dass ich keinen Grund sehe, Nürnberg zu verlassen. Ich denke mit den gegebenen Bedingungen kann ich mein Potenzial ganz ausschöpfen.«

Ein großer Pluspunkt

Auch Bundestrainer Scheibe unterstützt Schleichers Solidarität und kann den Sportlern nur zu einem Verbleib in Nürnberg raten: «Die Organisation ist hervorragend und es sind gute Trainer vor Ort, so dass der Trainingsbetrieb optimal läuft. Aus sportlicher Sicht kann man den Athleten Nürnberg nur empfehlen.« Ein weiterer großer Pluspunkt Nürnbergs: Im Gegensatz zu anderen Vereinen sind hier permanent Top-Ringer vor Ort. Vielleicht erfolgreichere, vielleicht auch reichere Vereine fliegen ihre Sportler nur kurzfristig für wichtige Wettkämpfe ein und können so kein adäquates Umfeld für den eigenen Nachwuchs bieten.

Und so durfte die SV Johannis auch am vergangenen Wochenende einen großen Erfolg erringen. Marc Pöhlmann blieb in der Kategorie Kadetten 76 kg ungeschlagen und kann einen weiteren Turniersieg auf seinem Konto verbuchen. Die Johanniser dürfen einer durch und durch rosigen Zukunft entgegenblicken.

Julian Bielenberg
12.1.2010
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