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Eltern klagen: Es brennt in der Oberstufe

Schüler am G 8 überlastet, Noten sacken ab - Kultusminister zu Korrekturen bereit
 Eltern klagen: Es brennt in der Oberstufe
Gymnasium
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NÜRNBERG - Die Oberstufe am G 8 läuft erst seit ein paar Monaten. Und schon treten massive Probleme auf. Die Schüler in Jahrgangsstufe elf sind oft überlastet, die Noten sacken ab. Die Eltern verlangen umgehend Abhilfe, Kultusminister Ludwig Spaenle ist zu ersten Korrekturen bereit.

Thomas Lillig, Chef der Landeselternvereinigung der Gymnasien (LEV), drückt sich klar aus: «Es brennt an der Oberstufe des G 8, die Leistungen sacken im Schnitt deutlich ab, auch gute Schülerinnen und Schüler sind überlastet.« Es müsse unverzüglich Abhilfe geschaffen werde, verlangt Lillig im Gespräch mit unserer Redaktion.

Drei Treffen mit Spaenle

Kurz vor Weihnachten hat Lillig einen «Brandbrief« an Kultusminister Ludwig Spaenle geschrieben, dreimal hat sich der LEV-Chef in letzter Zeit mit dem CSU-Ressortchef getroffen. Das Ergebnis beschreibt Lillig so: «Minister Spaenle sieht, dass es Probleme gibt und er ist zu Korrekturen bereit«. Zufrieden aber sind die Eltern noch lange nicht.

Lillig sieht an mehreren Fronten akuten Handlungsbedarf. Die Schüler in der elften Klasse des G 8 hätten eine Arbeitsbelastung von weit über 40 Stunden pro Woche - 33 bis zu 36 Pflichtstunden an der Schule und dazu Hausaufgaben, Vorbereitung oder Recherchen für Seminare. «Da kommt mehr zusammen als bei einem Industriearbeiter oder auch bei einem eines bayerischen Beamten«.

Der Stoff sei in vielen Fächern noch immer zu überfrachtet, nicht wenige Lehrer versuchten genauso viel «unterzubringen« wie früher mit einem Jahr mehr am G 9. Und viele Pädagogen unterschieden nicht genug zwischen dem Pflichtstoff und der «Kür« - also jenem Stoff, der zwar in den Büchern steht, aber eben nicht von A bis Z durchgearbeitet werden muss.

Noten sacken ab

Insgesamt stellt Lillig fest: Die Anforderungen in der Oberstufe des G 8 sind noch nicht klar definiert, auch das Niveau der künftigen Abituraufgaben. Lillig fürchtet, dass in Kernfächern wie Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen eher der Level der ehemaligen Leistungskurse zugrunde gelegt wird statt, wie es die Eltern fordern, der Grundkurse des alten G 9. Die Konsequenz des jetzigen Zustandes laut Lillig, der sich auf Rückmeldungen vieler Eltern stützt: Die Noten in der Oberstufe des G 8 sacken gegenüber der 10. Klasse flächendeckend ab, es häufen sich Notenschnitte von 3,5 oder sogar schlechter als vier bei schriftlichen Arbeiten. Deshalb verlangt Lillig, dass Arbeiten mit einem Schnitt schlechter als 3,0 künftig wiederholt werden müssen. Und er verlangt einen sicheren freien Nachmittag für alle in der Oberstufe des G 8.

Beim «Einkassieren« zu schlecht ausgefallener schriftlicher Arbeiten zieht Minister Spaenle bisher nicht mit. Hier gibt es, so Lillig, offenbar auch große Widerstände aus der Lehrerschaft. Ludwig Spaenle hat aber verfügt, dass die Kinder in der G 8-Oberstufe bestimmte Fächer wieder ablegen dürfen, um die Belastung zu reduzieren. Und er hat eindeutig klar gestellt: «Es gilt das Niveau der Grundkurse aus dem alten G 9. Der alte Leistungskurs ist tot«.

Die Eltern erwarten nun, dass dies unverzüglich an den Schulen, und zwar in allen Klassen umgesetzt wird. Und Lillig fordert auch, dass Mathematik nicht mehr verbindliches schriftliches Abiturfach für alle Schüler am G 8 bleibt. «Am mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig soll es das bleiben, aber an allen anderen Zweigen muss ein Abiturfach Mathe nicht sein.« Sonst drohten im Bundesvergleich schlechte Abiturzeugnisse. Bayerische Abiturienten kämen so im Wettbewerb um Studienplätze in begehrten Fächern weit ins Hintertreffen.

Peter Abspacher
15.1.2010
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