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Geschichtsstammtisch Reichelsdorf plant Buch |
| «Viel zu vieles gerät in Vergessenheit» - Jetzt wird gesammelt |
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REICHELSDORF/MÜHLHOF - Geschichte und Geschichten aus Reichelsdorf, Mühlhof und Krottenbach haben zahlreiche Besucher zur Auftaktveranstaltung des neu gegründeten Geschichtsstammtisches gelockt.
Initiator Hermann von Vogelstein freut sich sichtlich, dass der Gemeindesaal der katholischen Kirche so gut gefüllt ist. Mit der Idee des Geschichtsstammtisches will der Historiker die Vergangenheit der drei Stadtteile lebendig halten. «Viel zu vieles gerät in Vergessenheit und so manches wertvolle Zeitdokument landet nach dem Tod der älteren Generation beim Recyclinghof», bedauert er.
«Reichelsdorf - es war ein Bauerndorf»
Beim Stammtisch kann jeder seine ganz persönlichen Geschichten und Erinnerungen erzählen. Die Beiträge sollen gesammelt und, so das ehrgeizige Ziel, in einem Buch veröffentlicht werden. Vogelstein widmete sich zum Auftakt in seinem Vortrag «Reichelsdorf - es war ein Bauerndorf» den nahezu verschwundenen Bauernhöfen im Stadtteil.
Heute gibt es in Reichelsdorf nur noch einen einzigen aktiven Bauern. Wer sich wie Vogelstein auf die Suche nach stummen Zeitzeugen macht, findet aber noch vereinzelt Spuren, die vom Arbeitsalltag der Bauersleute erzählen: Alte Backhäuschen, in denen einst Steinofenbrote gebacken wurden, oder Kartoffelkellergewölbe.
Hilfe willkommen
Jürgen Hösl aus Reichelsdorf hat gleich einen ganzen Anekdoten-Schatz mitgebracht. Von einer Höhle bei Mühlhof weiß er zu berichten, in der fünf junge Männer die letzten Kriegswochen überlebt haben. Dieselbe Höhle habe es dann nach dem Krieg als Heringsbraterei Schaffer zu einiger Berühmtheit gebracht.
Die geräucherten Fische galten als die besten in ganz Mittelfranken. Hösl kennt das Geheimnis des besonderen Aromas: «Weil die Kinder immer in den Abluftschacht nei pinkelt hom», erzählt er lachend. Sein breites Fränkisch passt dabei wunderbar zum Witz der kleinen Lokalhistörchen.
Der nächste Geschichtsstammtisch findet am Donnerstag, 15. April, statt. Wer Dokumente, Fotos oder Geschichten zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei Hermann von Vogelstein unter (09 11) 6303 03 oder per Mail an h.v.vogelstein@arcor.de melden.
Manuela Prill |
| 3.2.2010 |
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