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Elefantenbaby aus München toppt «Flocke»

Hellabrunn begeistert Tierfans dank «Jamuna Toni»
 Elefantenbaby aus München toppt «Flocke»
Der neue Star in Hellabrunn
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MÜNCHEN - Eisbär «Knut» aus dem Zoo Berlin hat es längst vorgemacht – knuddelig, tapsig und einfach nur süß eroberte er vor drei Jahren die Herzen von Tausenden im In- und Ausland.

Auch Bayerns tierische Stars, Eisbärin «Flocke» aus dem Tiergarten Nürnberg, Elefantennachwuchs «Jamuna Toni» und Gorillababy «Kajolu» aus dem Tierpark Hellabrunn sind mittlerweile Besuchermagneten. Nicht nur öffentliche Fernsehsender bedienen mit Sendungen wie «Zeit für Tiere» oder «Nashorn, Zebra & Co» die nationale Tierliebe. Der Nachwuchs sorgt aber auch für vollere Kassen der Tierparks.

So wie allein Knut seinem Zoo bisher mehr als sechs Millionen Euro einbrachte, sorgen auch die bayerischen Stars für hohe Umsätze. Die niedlichen Tiere ziehen unzählige Besucher in die Tierparks. Im Jahresbericht 2009 des Nürnberger Tiergarten wird das Rekordjahr 2008 als «Flocke-Jahr» bezeichnet. Durch Flocke habe es ein Besucherplus von über 200.000 gegeben, sagt Direktor Helmut Mägdefrau.

Tolles Phänomen

Im Bericht des Zoo Berlin zum selben Jahr ist gar die Rede von der «Marke Knut». Knut sei ein «einzigartiges Phänomen», sagt eine Zoo-Sprecherin. Seit März 2007 hatte Knut über 8 Millionen Besucher, das ist bisher auch einzigartig. Auch der kaufmännische Direktor des Tierpark Hellabrunn, Walter Schmid, hat eine eigene Bezeichnung, wenn er vom «Jamuna Toni-Effekt» spricht. Mit diesem leistete das süße Elefantenbaby dem Rekord von mehr als 1,4 Millionen Besuchern in 2009 in letzter Sekunde noch einen guten Schub.

Vom Tag ihrer Geburt bis Ende 2009 waren das zusätzliche rund 9300 Besucher – dabei kam Jamuna Toni erst am 21. Dezember zur Welt. Die Zoo-Führung hofft deswegen, dass der Jamuna Toni-Effekt noch einige Zeit anhält. In der aktuellen Besucherstatistik wird das bereits deutlich. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Besucher allein im Januar 2010 um 50 Prozent gestiegen, berichtet Schmid. Bereits von Jahresbeginn an bis zum 20. Januar wollten rund 8300 Neugierige Jamuna Toni sehen. Schon der Andrang während der Weihnachtsferien sei so groß gewesen, dass der Zugang reguliert werden musste.

Große Chance

Viele Zoos sehen darin eine Chance, ihre Einnahmen zu steigern. Marketing-Verantwortliche der Tierparks verschenken nichts, durch Offensiven wie Knut-Plüschtiere, Jamuna Toni-Tassen, Patenschaften aber auch durch den Verkauf von Medienrechten. Auf den Seiten der Zoos im Internet kann man fast jede Entwicklung mitverfolgen – über Bilder, Videos und Tagebücher: Eisbär Flocke beim Schwimmen, Flocke beim Spielen oder Flocke beim gemütlichen Fletzen.

Die Zugriffe auf die Flocke-Seiten seien «immens hoch» gewesen, sagt der Nürnberger Tiergarten-Direktor Mägdefrau. «Da wären George W. Bush und George Clooney stolz darauf.» Neueste Informationen über das Elefantenmädchen Jamuna Toni hingegen gibt es sogar auf ihrer ganz persönlichen Internetseite, auf die der Tierpark Hellabrunn deutlich hinweist.

Vorwurf der Kommerzialisierung

Die Seite wurde von ihrem Paten gespendet, einem Online-Branchenbuch-Unternehmen. So bleibt der Nachwuchs-Fan immer am Ball, auch nach den Öffnungszeiten. Und Kundenbindung gehört bekanntlich ebenfalls zum Marketing. Den allgemeinen Vorwurf der Kommerzialisierung von Nachwuchs im Umfang eines «Knut-Hypes» weist Schmid vom Tierpark Hellabrunn zurück. «Wir züchten Jungtiere quasi nicht auf Bestellung, nur damit viele Besucher kommen.»

Doch ganz ohne Kommerz geht es auch hier nicht. Jamuna Toni gibt es bereits auf Tassen, Mousepads und Buttons - und demnächst wohl auch auf Postern. «Bei der Planung der nächsten Plakate des Tierparks wird man sicherlich nicht an dem total süßen Elefantenbaby vorbeikommen.»

dpa
8.2.2010 10:11 MEZ
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