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Der «Goldene Penis» für sexistische Werbung |
| Frauengruppe machte am Frauentag auf Negativ-Beispiele aufmerksam |
| Der «Goldene Penis» für sexistische Werbung |
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NÜRNBERG - Nackte Busen im eisigen Schneetreiben? Ganz so opferbereit waren die Akteurinnen der Frauengruppe nicht, die am Frauentag den «Goldenen Penis» für frauenfeindliche Werbung vergab. Ihre nackten Brüste waren nur aus Gummi.
Weit gespreizte Beine mit nichts als einer Gitarre davor. Blondinen, gabelfertig und mit hochgerutschtem Rock hindrapiert. Kopflose Models, die nichts als Ausschnitt zeigen, mit der eindeutig zweideutigen Aufforderung «Rock that Pussy». Die maskierte Jury hatte die Negativ-Beispiele säuberlich auf Pappe geklebt zum Beweis dafür, wie rücksichtslos die Werbung Frauen für ihre Zwecke missbraucht.
Gummibusen vor dem Weißen Turm
Im Schneetreiben und nach einem Demonstrationszug durch die abendliche Innenstadt versammelte sich die Truppe mit den Gummibusen vor dem Weißen Turm und blies zur Prämierung. «Das nervt uns Tag für Tag», kommentierte die junge Frau am Mikrofon die Parade sexistischer Poster.
Da ist Heidi Klum in po-betonter Pose, die für Pro7 die Trommel rührt und laut feministischer Frauengruppe mit ihrer Sendung «Germany’s next Topmodel» die Frontfrau des Schönheitswahns ist. Da ist das Lokalradio Star FM, das mit nackten Schenkeln wirbt, und der Karstadt-Prospekt, der Dekolleté mit dem sinnigen Satz «Größe zählt» kombiniert.
Fröstelnde Jury
Doch der Sieger, so die fröstelnde Jury, sei eindeutig das Plakat des «Club Bizarre» von Radio N1 im Parkcafé. Es sei zwar nicht unbedingt frauenfeindlicher als viele andere, aber weit nerviger, weil es seit geschlagenen sechs Jahren Nürnberger Plakatwände ziere. Der «Goldene Penis» sei diesem Pamphlet deshalb sicher. Immerhin auf Platz zwei kam die drapierte Blonde, das Maskottchen der Diskothek Loop in der Resi, die mit dem «Silbernen Trostpimmel» ausgezeichnet wurde.
«Unsere Körper sind keine Ware», hieß es anschließend am Weißen Turm. Der «Internationale Frauenkampftag» sei eine gute Gelegenheit, dagegen zu protestieren, dass Frauen nicht als Menschen, sondern als Lust- und Sexobjekte dargestellt würden.
Schlank, allzeit bereit, heterosexuell und ohne Körperbehaarung, so forme die Werbung den Frauenkörper nach Belieben. In der Wirtschaftskrise gehe man zunehmend aggressiver mit dem Frauenbild in der Öffentlichkeit um. Männer, so die Rednerin, stünden dagegen für Kraft und Intelligenz. Zitat: «Und dumme Frauen werben für Blubbspinat.»
Claudine Stauber |
| 9.3.2010 |
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