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Wieder ein voller Erfolg im Pegnitzgrund |
| Allseits Begeisterung beim 5.Brückenfestival |
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Wenn es diese Veranstaltung nicht gäbe - man müsste sie glatt erfinden! Auch zur fünften Auflage des familienfreundlichen Brückenfestivals pilgerten wieder ein paar tausend Musikfreunde in den Pegnitzgrund, um bei freiem Eintritt zwei Tage lang Musiker und Künstler aus den unterschiedlichsten Ecken zu erleben - von Rock über Reggae bis Punk und Poetry-Slam.
Die Zugangsvoraussetzung zu dem nach wie vor ehrenamtlich organisierten Open Air ist klar definiert: Unbedingte Live-Tauglichkeit. Wer beim Brückenfestival an den Start geht, hat das fünfköpfige Veranstalterteam irgendwie von seinen Bühnenqualitäten überzeugt. Und das, obwohl Eva Bär, Simone Brehm, Sasa Batnozic, Özgür Kantar und Steffen Zimmermann mitunter einen ganz schön unterschiedlichen Musikgeschmack haben. Das Kriterium, seine Gäste vorab in Aktion zu testen, hat aber den Vorteil, dass sich die Enttäuschungen in Grenzen halten. Und die Erfahrung zeigt, dass Ausnahmefälle diese Regel nur bestärken.
Mit der Mardi Grass BB aus Mannheim und den famosen, derzeit auch (inter)national durchstartenden The Robocop Kraus aus Hersbruck hatten die Veranstalter diesmal zwei gleichermaßen leckere wie zugkräftige Headliner im Aufgebot, die beide ein Stück weit auch ein Geburtstagsgeschenk zur fünften Auflagen waren - für die Besucher wie die Macher, die sich selbst als die größten Fans des Festivals sehen.
Inhaltlich bleibt der zweitägige Konzertmarathon unter der Theodor-Heuss-Brücke, wo Musiker und Zuschauer auch bei einem kurzen Regenguss trocken bleiben, nach wie vor ein Spagat. Der Versuch, zwei zugkräftige, aber bezahlbare Zugpferde zu finden, ein interessantes internationales Programm drumherum zu stricken und darüber den lokalen Nachwuchs nicht zu vergessen, erwies sich auch 2005 als rundum stimmig.
Geradlinige Shows
Im Gegensatz zu den Vorjahren war diesmal unter den zehn Gruppen auf der Hauptbühne (Technik: Robert Wenig und Frank Schmitt) nur eine einzige aus dem Ausland dabei. Tokyo Sex Destruction aus Barcelona teilten die Publikumsmeinungen am Freitag mit ihren rüden Emo-Punkrock-Attacken. Einmal mehr war es die einzige Kapelle, die blind gebucht war.
Ein Highlight neben den erwähnten Headlinern, die beide mit konzentrierten, geradlinigen Shows punkteten, waren ohne Frage Ernie’s Tale — die Band der beiden Mit-Veranstalter Özgür Kantar und Steffen Zimmermann. Als letzter Auftritt der beliebten Nürnberger Formation angekündigt, wollen die neun Musiker der regionalen Szene jedoch weiter erhalten bleiben - unter welchen Vorzeichen auch immer. Wäre auch extrem schade, denn packender als unter der Brücke hat man die einstigen Gewinner der NN-Rockbühne noch nicht erlebt.
Ein voller Erfolg war auch die erstmals angebotene After Show-Party in der Desi, wo das vom letzten Endzeit-Festival bekannte DJ-Duo Smith & Smart bis in die frühen Morgenstunden die Plattenteller kreisen ließ. Viel beachtet war das Poetry-Slam-Programm in den Umbaupausen auf einer kleinen Bühne inmitten der kleinen Budenstadt. Hier erwies es sich als cleverer Schachzug, den Pop-Poeten eine eigene Plattform zu geben und das dortige Programm versierten Szenekennern (hier den Machern des Ansbacher PoetrySlams) zu übertragen.
Dass noch mal mehr los war als 2004, haben wir am Getränkeausschank gemerkt, zieht Steffen Zimmermann ein erstes Fazit. Auch, wenn die finale Endabrechnung erst in den nächsten Tage gemacht wird, ist schon jetzt abzusehen, dass sich das Brückenfestival 2005 erneut selbst getragen hat, trotz unverändert ziviler Preise bei Essen und Getränken. Der nächste logische Schritt, sagt Zimmermann, wäre jetzt ein kommerzielles Festival. Aber genau das wollen wir nicht. Wir sind sehr glücklich, wo wir nach fünf Jahren stehen.
Kein Wunder, dass die Veranstalter bereits eine Neuauflage angekündigt haben. Sofern die Stadt wieder mitzieht, wird die Festival-Erfolgsgeschichte im August 2006 eine Fortsetzung erfahren. Doch auch unter dem Jahr will das Team künftig aktiv werden: Im Januar 2006 soll eine Konzertreihe beginnen, bei der Bands, die sich für das nächste Brückenfestival bewerben, in entspannter Clubatmosphäre angecheckt werden können. Es bleibt spannend. STEFAN GNAD
Weitere Informationen im Internet unter www.bruecken-festival.de |
| 15.8.2005 |
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