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Studierende besetzen das Erlanger Schloss |
| Neue Protestwelle gegen Gebühren erfasst Friedrich-Alexander-Universität — Zentrale Forderung nicht erfüllt |
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ERLANGEN — Eine neue Protestwelle rollt durch Bayerns Universitätsstädte. Nach Nürnberg, Bamberg und Würzburg hat sie gestern Erlangen erfasst. Unter dem Motto «Freier Zugang zu Bildung für alle! halten Studenten seit dem frühen Morgen das Erlanger Schloss, den Sitz der Universitätsverwaltung, besetzt.
Wenige Minuten nachdem der Haupteingang des Schlosses aufgesperrt wurde, betreten zunächst unbemerkt 17 junge Frauen und Männer den Bau in Erlangens Innenstadt. Ihr Ziel ist das Zimmer des Rektors, Prof. Karl-Dieter Grüske. Dort lassen sie sich mit Sack und Pack nieder. Mitgebracht haben die Studenten nicht nur Verpflegung für zwei Tage und Schlafsäcke, sondern auch einen acht Punkte umfassenden Katalog mit Forderungen, die sie an die Tür zum Rektorat kleben.
Zentrales Anliegen der vom Bündnis gegen Studiengebühren an der Universität Erlangen-Nürnberg organisierten Aktion ist nach wie vor die Gebührenfreiheit der Bildung. Ihr Lager haben die Demonstranten deshalb vor dem Rektorat aufgeschlagen, wie sie Prof. Karl-Dieter Grüske wissen ließen, «weil Sie nichts gegen Studiengebühren getan haben. Sie haben der Einführung vielmehr politisch Vorschub geleistet.
«Ich bin doch nicht der Gesetzgeber, entgegnete der Rektor auf den Vorwurf und spielte damit auf die Vorgeschichte rund um den Komplex an. Nachdem das Bundesverfassungsgericht vor einem Jahr das bundesweite Verbot von Studiengebühren gekippt hatte, machte schließlich das Landesparlament bayernweit den Weg frei für Studiengebühren. Ab Sommer 2007 sollen Studenten bis zu 500 Euro pro Semester bezahlen.
Genau dies werde die ohnehin schon vorhandene soziale Schieflage verschärfen und die gesetzlich garantierte Chancengleichheit unterminieren, klagten die Demonstranten in einer Diskussion, in der sich Grüske eine Stunde lang den Fragen der etwa 50 Zuhörer und der Kritik der Studiengebühren-Gegner stellte. Wohl äußerte Prof. Grüske «sehr großes Verständnis für das Anliegen, die Forderung «sich offiziell gegen Studiengebühren auszusprechen, mochte er aber nicht erfüllen. Ihm gehe es nicht um Pro oder Kontra Beiträge, sondern darum, dass diese sozial verträglich eingeführt werden. Die Uni Erlangen-Nürnberg rechnet mit bis zu 16 Millionen Euro je Jahr an Mehreinnahmen, die — sei es als Sachmittel oder für Hilfskräfte — direkt den Instituten zu Gute kommen würden. Grüske: «Dieses Geld verbesserte die Bedingungen für Sie, und zwar sofort.
KIRSTEN WALTERT |
| 17.1.2006 |
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