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Kehren Frankens Kronen heim? |
| Staatsregierung will Teile des Domschatzes nach Bamberg zurückbringen lassen |
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BAMBERG — Teile des Bamberger Domschatzes kehren nun möglicherweise doch zur 1000-Jahr-Feier des Erzbistums in die oberfränkische Bischofsstadt zurück. Das bayerische Kabinett fasste jedenfalls jetzt den Beschluss, sich dafür einzusetzen, zumindest die drei wertvollen Kaiserkronen aus der in München lagernden Sammlung nach Bamberg zu bringen.
Der Streit um den Domschatz hält schon seit Jahren und Jahrzehnten an. Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Pretiosen in 15 Kisten zusammen mit zwölf Zentnern Gold und Silber in die bayerische Hauptstadt geschafft worden, geraubt worden, wie eingefleischte Franken sagen.
Das Bistumsjubiläum war nun ein Anlass, wieder einmal die Forderung zu erneuern, dass der von Heinrich II. angelegte Schatz mit seinen zahlreichen wertvollen liturgischen Geräten, Reliquien, Paramenten und Büchern endlich dorthin zurückkommt, wo er nach dem Willen seines Stifters «für ewig bleiben sollte: nach Bamberg. Beispielsweise Joachim Herrmann, Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion und vor allem die SPD-Fraktion machten sich für dieses Ziel stark.
Jedoch stellen sich Probleme: Zum einen gehört der Schatz seit 1923, als ein dementsprechender Vertrag abgeschlossen wurde, nicht mehr dem Freistaat Bayern, sondern der Wittelsbacher Landesstiftung. Und diese sperrt sich ebenso gegen eine Rückgabe nach Bamberg wie die staatliche Schlösserverwaltung in München, die einen Transport aus konservatorischen Gründen ablehnt. Die Fachleute halten die Paradestücke fränkischer Geschichte und fränkischen Selbstbewusstseins für zu zerbrechlich. In Wirklichkeit dürfte auch die Befürchtung eine Rolle spielen, dass der Ruf der weltberühmten Münchner Museen leiden könnte, wenn deren Bestände zurückgeben werden würden.
Trotzdem setzt sich die Staatsregierung nun dafür ein, mindestens die Frauen-, Heinrichs- und Kunigundenkrone im Jubiläumsjahr 2007 nach Bamberg zu bringen. Ministerpräsident Edmund Stoiber beauftragte nach einer dementsprechenden Entscheidung des Kabinetts die Minister für Wissenschaft und Finanzen, Thomas Goppel und Kurt Faltlhauser, mit dem Haus Wittelsbach darüber zu verhandeln. Gerade Faltlhauser Ministerium war es aber in der Vergangenheit, das eine Rückführung der geschichtsträchtigen Kulturgüter nach Franken stets abgelehnt hatte.
ULRICH RACH |
| 13.12.2006 |
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