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Zerlegter Hof als Riesenpuzzle |
| Schwedenhaus aus dem Jahr 1551 soll in Neunhof wieder aufgebaut werden |
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Neben dem Schloss Neunhof im Knoblauchsland soll eines Tages das «Schwedenhaus» aus dem Jahr 1551 wieder aufgebaut werden. Man könnte sich so über das Leben der Patrizier und zugleich über das der Bauern informieren, meint der Verein «Nürnberger Bauernhausfreunde».
Derzeit liegen die zahlreichen Einzelteile des Schwedenhauses jedoch noch auf dem Gelände einer Altenfurter Baufirma. Massive Balken aus Kiefern- oder Fichtenholz lagern vor Regen geschützt unter einem Blechdach. Allerdings sind nur drei Viertel der Holzkonstruktion erhalten. Die restlichen Stützen und Träger gingen beim Abbau im Jahr 1966 verloren. Auch die Lehmfüllungen der Fachwerk-Konstruktion sowie die Dachziegel sind nicht mehr erhalten. Stadtheimatpfleger Herbert May sieht im Schwedenhaus den «Urahn der Nürnberger Bauernhäuser».
Ihm liegt das Vorhaben besonders am Herzen, weil er die alten ländlichen Bauten besonders gefährdet sieht: Während die historischen Bürgerhäuser innerhalb der Stadtmauern - vor allem dank der jahrzehntelangen Arbeit der Altstadtfreunde und privater Hausbesitzer - meist gut dastehen, stehen alte Bauernhäuser leer und sind vom Abbruch bedroht.
Der Verein der Bauernhausfreunde fände es ideal, wenn die letzten drei Schwedenhäuser auf dem Ackergrundstück bei Schloss Neunhof errichtet werden könnten. Neben dem zerlegten Haus, das früher an der Äußeren Bucher Straße 33 gestanden war, gibt es noch eine Scheune von 1552 auf dem Gut Mittelbürg des Tiergartens sowie ein Schwedenhaus in Großreuth aus dem Jahr 1556.
Gemeinsam mit der volkskundlichen Sammlung des benachbarten Heimatmuseums Neunhof (im Feuerwehrhaus) bekäme der Besucher einen guten Einblick ins Landleben vergangener Jahrhunderte. Woher der Name «Schwedenhaus» kommt, ist unklar, meint Michael Taschner vom Vorstand der «Bauernhausfreunde». Rund 100 Mitglieder gehören dem Verein mittlerweile an. Taschner rechnet mit einer halben Million Euro für die Erschließung des Geländes sowie das Aufbauen und Herrichten des 15 Meter mal 13 Meter großen und elf Meter hohen Schwedenhauses, das ein mächtiges Walmdach krönt.
Die Raumaufteilung war durch die Baukonstruktion vorgegeben: Man errichtete ein Innengerüst, um das herum die Innen- und Außenwände gezogen wurden. Diese Technik war in Nürnberg lange Zeit verbreitet. Um eine extrem große Diele, in der möglicherweise auch Getreide gedroschen wurde, gruppierten sich Wohnküche, Stuben, Kammern und Stall. Ziegen, Hühner und Kühe lebten mit den Bewohnern unter einem Dach.
«Das Schwedenhaus ist nicht irgendein Bauernhaus, es ist von überragender Bedeutung», schwärmt Michael Metzner, ebenfalls Vorstand bei den «Bauernhausfreunden». Das zerlegte Schwedenhaus sollte ursprünglich in einem Freilandmuseum am Volkspark Marienberg aufgestellt werden. Doch der Plan wurde aus finanziellen Gründen aufgegeben.
Der Verein bittet um finanzielle Unterstützung für das Schwedenhaus-Projekt auf das Spendenkonto 6 052 054, Sparkasse Nürnberg, BLZ: 760 501 01.
Hartmut Voigt |
| 20.7.2007 |
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