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Flocke in der Spekulationsblase |
| Gehege des Eisbären-Babys ist im Internet verkauft worden |
| Flocke in der Spekulationsblase |
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Manchmal kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Von Tiergarten-Direktor Dag Encke darf man annehmen, dass er noch immer recht fassungslos die irrwitzige Popularität seines Eisbärenmädchens beobachtet. Die neueste, verrückte Aktion zum kleinen Raubtier hat es jedoch im Internet (wo sonst?) gegeben: «Flockes« Gehege ist verkauft. Für 9,95 Euro.
Den Zuschlag auf www.whatsyourplace.de" hat sich samt Eintrag ins virtuelle Grundbuch eine Nürnbergerin gesichert.
Sie ist total stolz auf ihr Schnäppchen, und schickt den dazugehörigen Link eifrig durch die Gegend.
Was ganz im Sinne dieser neuen Internet-Plattform ist. Andere sollen sich den Besitz ansehen, Kommentare angeben oder eigene Tiergarten-Erlebnisse schildern. So geht das dann kreuz und quer. Wer das Opernhaus gekauft hat, kann sich mit dem Eigentümer der Mailänder Scala über Akustik austauschen. Freunde der Bahnhöfe dieser Welt treffen sich ebenso, wie die virtuellen Käufer von Hotels.
Nun gehört unserer jungen Frau das Grundstück genauso wenig, wie Käufer von Sternen oder Mondgrundstücken dort tatsächlich ein Häuschen bauen dürfen. Aber weil im Internet virtuell gleich ziemlich real ist, darf sie mit dem Grundstück, dessen Eigentümer sie nicht ist, durchaus handeln. Sollte nämlich ein(e) andere(r) «Flocke«-Begeisterter das Gehege besitzen wollen, kann er/sie es kaufen.
Dann aber zu einem höheren Preis, versteht sich. Den Spekulationsgewinn könnte unsere Nürnbergerin einstreichen. Noch erklärt sie Flockes Gehege für «unverkäuflich«. Aber ob das so bleibt?
Nun könnte man danach fragen, welchen Sinn es haben kann, mit Dingen zu handeln, die einem gar nicht gehören. Wer sich da wundert, beweist gewiss «gesunden Menschenverstand«. Es gibt aber genug vermeintlich seriöse Herren in schicken Anzügen, die darauf eine Antwort wüssten. Sie betreiben solche «Kommissionsgeschäfte« tagtäglich - ihre Berufsbezeichnung ist «Investmentbanker«. Ihr Geschäft läuft genau nach diesem Prinzip.
Also wundern Sie sich lieber nicht. Kaufen Sie sich die Kaiserburg. Die ist noch auf dem Markt - und vielleicht schon bald viel wert.
Klaus Schrage |
| 14.2.2008 |
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