Hilfe für Blinde: Auf vielen unserer Seiten können Sie durch den Sprung zum ersten Anker die gesamte Navigation überspringen und so direkt zum Inhalt gelangen.
Nuernberger Nachrichten aktuell Unwissenheit kann blind machen nordbayern.de - Informationen und Nachrichten
So  
16 | 29
Mo  
12 | 24
Di  
11 | 24
E-Paper die elektronische ZeitungRund ums Zeitungs-AboAnzeigen lesenAnzeigen aufgebenZur Anzeigen-Preisliste
05.05.2008 16:13:00
SUCHEN  HILFE  ?
AUS IHRER ZEITUNG
AKTUELL
SPORT
ANZEIGEN
FREIZEIT
SERVICE
SPECIAL
DER VERLAG
CAMPUS-EXTRA  ZURÜCK

Unwissenheit kann blind machen

Nur rechtzeitige Diagnose hilft bei heimtückischen Augenkrankheiten
 Unwissenheit kann blind machen
Bitte Bild anklicken!
Bitte Bild anklicken!
Zwei heimtückische Augenkrankheiten, der Grüne Star und die altersbedingte Macula-Degeneration, sind Forschungsschwerpunkte an der Erlanger Universitäts-Augenklinik (Direktor: Prof. Friedrich Kruse). Mit immer neuen Verfahren versuchen die Forscher, die Krankheiten so rechtzeitig zu erkennen, dass die Sehkraft der Betroffenen gerettet werden kann.

Erst verschwindet das Sehvermögen punktuell, dann breiten sich die Lücken im Gesichtsfeld flächenartig aus. Das alles verläuft so schleichend, dass die Betroffenen kaum etwas davon bemerken. Vor allem spüren sie keinerlei Schmerzen - bis es zu spät ist. Dann werden sie fast schlagartig blind. Die Krankheit heißt Grüner Star, in der Mediziner-Sprache auch Glaukom genannt. Und mindestens eine Million Menschen in Deutschland hat ein Glaukom, ohne es zu ahnen.
«Grund für die Krankheit ist häufig ein zu hoher Innendruck im Auge», sagt Prof. Friedrich Kruse. «Dadurch werden allmählich die empfindlichen Fasern des Sehnerven zerstört.» Und wenn der mal kaputt ist, gibt es nichts mehr zu reparieren.

Den Augeninnendruck jedoch kann man gut messen. Und das bedeutet: «Je eher ein Grüner Star erkannt wird, desto größer ist die Chance, ihn zu stoppen und das Augenlicht des Patienten zu retten», sagt Kruse.
Gleiches gilt die altersabhängige Macula-Degeneration (AMD). Die Macula, auch «Gelber Fleck» genannt, hat einen Durchmesser von etwa fünf Millimetern. Sie ist die Stelle der Netzhaut, an der die Sehzellen am dichtesten nebeneinander liegen. Wenn die Sehzellen dort absterben, lässt zuerst die Sehschärfe in der Blickmitte nach: Farben verblassen, gerade Linien erscheinen krumm.

Breiten sich die Schäden weiter aus, nimmt man im Mittelpunkt des Blickfeldes nur noch einen grauen Fleck war, man kann keine Gesichter mehr erkennen, Lesen oder Autofahren ist kaum mehr möglich.
Für beide Augenleiden gilt: Sie machen sich im Anfangsstadium so gut wie gar nicht bemerkbar, wären aber gerade dann noch gut zu behandeln. Augenärzte empfehlen daher eine jährliche Untersuchung der Augen ab dem 40. Lebensjahr, um ein eventuelles Glaukom zu erkennen, ab dem 50. Lebensjahr, um eine AMD frühzeitig zu erkennen.

Eine Methode dafür ist die Optische Cohärenz-Tomographie (OCT): «Die Funktionsweise ist dabei ähnlich dem der Ultraschall-Bildgebung», erklärt Kruse. «Mit einem Laser wird Licht in Gewebe eingestrahlt, das bis in eine bestimmte Tiefe eindringen kann und von dort zurückgestreut wird. Das zurückgeworfene Licht erlaubt eine sehr präzise Abbildung der beleuchteten Struktur.»

Die Auflösung des neuesten Erlanger OCT-Geräts beträgt sieben Mikrometer, das heißt, es können noch zwei Punkte voneinander getrennt abgebildet werden, die nur sieben Tausendstel Millimeter auseinander liegen. Eingesetzt wird das Gerät im Augen-Diagnostik-Center, einer gemeinsamen Einrichtung von Uni-Augenklinik und 15 niedergelassenen Augenärzten aus der Region.

Noch größer ist das Netzwerk Vistanet, dem mittlerweile mehr als 70 niedergelassene Augenärzte in Franken angehören. Ziel dieses Zusammenschlusses ist es «eine flächendeckende qualitätsgesicherte Versorgung von Patienten mit Augenerkrankungen zu gewährleisten», erläutert Prof. Kruse.
Wesentlicher Aspekt von Vistanet ist eine elektronische Kommunikations-Plattform: Sowohl der niedergelassene Augenarzt, als auch die Uni-Augenklinik haben gemeinsam Zugriff auf die Patienten-Unterlagen. So kann zum Beispiel ein OCT-Bild, das an der Augenklinik in Erlangen angefertigt wurde, direkt online an den zuweisenden Augenarzt übermittelt werden.

Lothar Hoja
5.5.2008 16:13 MEZ
Mehr vom aktuellen Tagesgeschehen lesen Sie in Ihrer Zeitung. Jetzt abonnieren Link auf ein externes Angebot
 
  © NÜRNBERGER NACHRICHTEN Diesen Artikel weiterempfehlen E-Mail zu diesem Artikel an die Redaktion schreiben Zur Druckversion dieses Artikels
 Artikel empfehlenE-Mail an die
Redaktion
Zur
Druckversion
ANZEIGE
  
ANZEIGE
  
 Bild des Tages
Das Bild des TagesFür eine größere Ansicht: Klick aufs Bild!
  
 NN-Gezwitscher
  
Alles was wichtig ist rund um die Szene in Nürnberg und noch viel mehr gibt es jetzt im nigelnagelneuen
Szene Extra!
Einfach mal reinklicken
  
Alles was wichtig ist rund um die Szene in Nürnberg und noch viel mehr gibt es in der Szene Extra!
Einfach mal reinklicken
  
 Bildstrecken
Franken im Bild Eindrücke aus den
Städten der Region
Zu den Bildstrecken