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Pegnitz ist sauberer geworden

Badeverbot gilt

Laborant froh über Hakenkäfer Museum Industriekultur lädt ein
 Badeverbot gilt
Foto: privat
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Seit heuer hat Nürnbergs Pegnitz die Wassergüte 2: mäßig belastet. Aber Baden ist nicht zu empfehlen.

Schon vor der Industrialisierung waren die Städter insofern Dreckbären, als sie große Mengen Abwasser einfach in den Fluss leiteten. Hauptsache, es gab in den eigenen Grenzen keine Epidemien; die letzte soll 1856 etwa 300 Menschen das Leben gekostet haben. Zwangsläufig bekamen die Fürther einen Fluss, von dem ein Drittel Nürnberger Abwasser war. Sie machten es selbst nicht anders.

Die alte Reichsstadt kam auf Dauer nicht umhin, die Abwässer zu reinigen. Als erste Großstadt in Bayern nahm sie 1913 eine Großkläranlage an der Maximilianstraße in Betrieb. Die säuberte jedoch nur Abwasser des südlichen Stadtgebietes. Ein zweites Klärwerk musste her, an der Stadtgrenze zu Fürth. Dazu ein Hauptzuführungskanal, der alle Abwässer aus Altstadt und Norden nach Doos bringen sollte. Er wurde 1928 gebaut, war 3,4 Kilometer lang und hatte 29 Pumpwerke.

Kürzlich brachte ein Mitarbeiter, der in Ruhestand ging, Harald Bauer vom Stadtentwässerungsbetrieb (STEB) eine Schachtel mit 400 alten Fotografien. Sie zeigten, wie damals gebaut wurde: Handarbeit, Dampfmaschinen, Pferdefuhrwerke, kein einziger Lastwagen auf den Fotos. Die Rohre wurden vor Ort in Beton geformt, der auch heute noch seine Pflicht erfüllt. 75 Jahre Hauptzuführungskanal waren für STEB und das Museum Industriekultur an der Äußeren Sulzbacher Straße 62 Grund genug, die Bilddokumente in einer Fotoausstellung bis 29. Juni 2003 zu zeigen. Museumsleiter Matthias Murko: „Abwasserbeseitigung ist sehr wichtig, aber kaum sichtbar. Hier gewinnt man guten Einblick.“

Auf den Lorbeeren ausruhen durfte sich Nürnberg nicht. Bis 1965 galt die Pegnitz als übermäßig verschmutzt (Güteklasse 4). Nun also Güteklasse 2. Der technische STEB-Leiter Rainer-Werner Abendt berichtet: „Unlängst war einer unserer Laboranten ganz beglückt: Er hatte einen Hakenkäfer entdeckt. Die können nur in gutem Wasser leben.“ SIEGFRIED RUCKDESCHEL
5.6.2003
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