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Autonomer Protest gegen Polizei

Hunderte demonstrierten gegen «staatliche Repression« - Urteil als Auslöser
 Autonomer Protest gegen Polizei
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NÜRNBERG - Mehrere Hundert Antifaschisten haben in der Innenstadt gegen Polizei und Justiz demonstriert. Die Demo verlief friedlich.

Auslöser für die Kundgebung und den Demonstrationszug war die Verurteilung von vier jungen Männern wegen Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht Fürth. Der Richter hatte ihnen eine Geldstrafe und Freizeit-Arrest aufgebrummt, weil sie seiner Überzeugung nach mit Kreide politische Parolen auf Hausfassaden geschmiert hatten.

Freispruch am Mittwoch

Die Verurteilten gingen in Berufung - und hatten Erfolg. Sie wurden am Mittwoch vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth freigesprochen, weil dem Richter der zweiten Instanz die Beweise nicht reichten.

«Das ist seit gefühlten 100 Jahren das erste Mal ein Freispruch«, dröhnte es vom Lautsprecherwagen an der Lorenzkirche, wo der Demozug mit einer Kundgebung startete.

Der Freispruch hinderte die jungen Leute nicht daran, trotzdem «gegen staatliche Repression, Polizeiterror, Sicherheitswahn und Überwachungsstaat« auf die Straße zu gehen. Zu der Demonstration hatten die Antifaschistische Linke Fürth, die Organisierte Autonomie und das Antifaschistische Aktionsbündnis Nürnberg aufgerufen.

Kaum Behinderungen

Die Teilnehmer der Demo - die Polizei spricht von 350 Leuten, die Organisatoren selbst sprechen von knapp 500 Demonstranten - warfen Polizei und Justiz vor, dass sie mit zweierlei Maß messe. Antifaschisten, die gegen neonazistische Umtriebe vorgingen, sähen sich einer «Repressionswelle« ausgesetzt, behaupteten sie.

Während der Demonstration, die durch die Karolinenstraße bis zum Polizeipräsidium am Jakobsplatz führte und später in Fürth fortgesetzt wurde, kam es kurzfristig zu Verkehrsbehinderungen in der Nürnberger Innenstadt.

Ein kleines Polizeiaufgebot begleitete die Demonstranten. Die Veranstaltung verlief jedoch absolut friedlich.

Ein 16-Jähriger wurde laut Polizeisprecherin Elke Schönwald kurzfristig festgenommen. Die Polizei stellte seine Personalien sicher. Der Grund: Er hatte in der U-Bahn eine Scheibe beschmiert.

Sto
10.11.2008
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