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Kampf gilt der Hamas, nicht dem palästinensischen Volk |
| Gespräch mit dem Gesandten Israels in Deutschland, Ilan Mor - Zerstörung der militärischen Infrastruktur das Ziel |
| Kampf gilt der Hamas, nicht dem palästinensischen Volk |
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NÜRNBERG - Schon nach einem Tag hat Israel zum zweiten Mal eine «humanitäre Pause« der Kampfhandlungen im Gazastreifen veranlasst, damit die notleidenden Menschen versorgt werden können. «Und wir werden das weiter tun. Dies ist ein klares Zeichen«, betont der israelische Gesandte in Berlin, Ilan Mor, «dass wir an die Zivilisten denken.« Sein Land kämpfe nicht gegen die palästinensische Bevölkerung, sondern mit aller Entschlossenheit gegen die Terrororganisation Hamas. «Und wir bedauern sehr, dass dabei auch Zivilisten ums Leben kommen.«
Der Diplomat betont, dass die Bewohner des kleinen Landstrichs am Mittelmeer genauso Geiseln der Extremisten seien «wie mehr als eine Million unserer Bürger«. Die müssen in der Tat in Reichweite der Raketen militanter Gruppen in Angst und Schrecken existieren. «Das war für uns nicht mehr hinnehmbar - deshalb die Gegenschläge. Unser Militär gibt sich aber sehr große Mühe, gezielt nur gegen die Hamas vorzugehen.«
Das versichert auch Israels Regierung immer wieder - wohl wissend, dass die Zahl der unschuldigen Opfer besorgniserregend zunimmt. Klar ist freilich auch: Die Hamas wählt ganz bewusst Wohngebiete, auch Schulen und selbst Moscheen, um dort Basen für ihre Milizionäre und Waffenlager zu verstecken. Die Zivilisten werden damit unweigerlich zu «menschlichen Schutzschilden«. Ilan Mor sagt es so: «Hamas benutzt zynisch die Bevölkerung gegen uns.« Dennoch gehe es nun darum, die militärische Infrastruktur dieser Terrororganisation zu zerstören, ohne das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren: «Wir wollen Frieden mit den Palästinensern.«
Den Bemühungen um eine Waffenruhe steht der jüdische Staat grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Unter anderem der ägyptisch-französischen Initiative, über die in Kairo erste Beratungen stattfanden.
«Keine Legitimierung«
Doch warnt Mor vor verfrühten Hoffnungen: «Zunächst einmal wollen wir die einzelnen Punkte des Plans verstehen. Eins jedoch darf nicht sein: Die Hamas-Terroristen dürfen nicht in die Gespräche einbezogen, also nicht auch noch legitimiert werden.«
Grundsätzlich werde Israel keine Rückkehr zu einem Status quo ante, zu den Zuständen vor Beginn der Luftangriffe am 27. Dezember, akzeptieren, unterstreicht der Gesandte. «Es kann nicht sein, dass unsere Bürger erneut diesem Terror ausgesetzt werden. Und auch in ein bis zwei Jahren darf die Hamas nicht wieder damit anfangen.« Deshalb gehöre die Unterbrechung jeglichen Waffenschmuggels auch zu den wichtigsten Fragen.
Ein schwieriger Knackpunkt freilich, wie das Beispiel der Hisbollah im Südlibanon zeigt. Nach dem Krieg vor zwei Jahren war in der UN-Resolution 1701 festgelegt worden, dass die Hisbollah keine neuen Waffen erhalten darf. Dennoch hat sie aufgerüstet - beliefert nach israelischen Erkenntnissen von Teheran via Damaskus.
Dass gestern auch Raketen aus dem Libanon abgefeuert wurden, will Mor noch nicht überbewerten: «Zunächst einmal müssen wir herausfinden, wer sie abgefeuert hat. Aber in erster Linie ist die Regierung in Beirut und ihre Armee, ferner die UN-Truppe für die Sicherheit dort zuständig.«
Deutlich wird in dem Gespräch, dass Israel sich heute nicht mehr, wie in früheren Jahren, primär in einem Konflikt mit der arabischen Welt sieht. Wohl aber mit extremistischen Gruppen – und deren Drahtzieher Iran, der daneben auch noch beharrlich an seinem Atomprogramm weiterarbeite. Der sei schließlich der größte Förderer von Hamas wie Hisbollah, und beide Bewegungen seien auch für die Araber von den Saudis bis zu den Ägyptern eine Gefahr.
Christian S. Krebs |
| 9.1.2009 |
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