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Angelo Branduardi kommt nach Nürnberg |
| Als Musiker zur Hälfte Wolf und zur Hälfte Lämmchen |
| Angelo Branduardi kommt nach Nürnberg |
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NÜRNBERG - Am Samstag, 2. Mai, 20 Uhr, gibt der italienische «Cantautore» Angelo Branduardi in der Meistersingerhalle ein Konzert, bei dem er das Album präsentieren will, an dem er momentan arbeitet. Vorab stellte er sich bei Bier, Bratwürsten und Leberknödeln den Fragen der Journalisten.
«Ich habe noch nie ein Interview beim Mittagessen gegeben», bekennt Angelo Branduardi grinsend und ordert beim – italienischen – Kellner «zwei Stück fränkische Leberknödel und blablabla…» Nach einem großen Schluck Bier beginnt Branduardi, in fließendem Deutsch von seiner neuen CD zu erzählen: «Das wird ein akustisches Popalbum mit Streichern und Laute – aber ohne große Namen».
Rein akustisches Popalbum
Bei seiner Vertonung des Franziskanischen Lobgesangs, «L’infinitamente piccolo» («Das unendlich Kleine») hatte Branduardi sich italienische Stars wie den Sänger Franco Battiato, den Komponisten und Dirigenten Ennio Morricone oder die Ethno-Rockband «Muvrini» als Gäste geholt.
Nun steht ein Popalbum auf der Agenda, bei dem sich Branduardi nur akustischer Instrumente bedienen will. Während die Leberknödel aufgetischt werden, geht Branduardi in philosophische Details: «Musik ist ebensoviel spirituelle wie körperliche Kraft, sie ist Seele und Blut – das war sie immer für mich.»
Spiegel der sich verändernden Welt
Das Konzept? «Branduardi im Guten wie im Schlechten, die schönen und die nicht so schönen Sachen», führt der 1950 geborene Musik-Zampano mit der grau gewordenen Lockenmähne augenzwinkernd aus. Zu den Liedern mag er noch nicht allzu viel sagen, sie seien natürlich Spiegel der sich verändernden Welt – und der eigenen Gemütslage. «Als Musiker bist du zur Hälfte Wolf und zur Hälfte Lämmchen», meint Branduardi und fügt hinzu: «Wenn ich gute Luft habe, dann schreibe ich positive Canzoni. Wenn die Luft und die Zeiten schlechter werden, dann werden auch die Lieder düsterer.»
Während er sich einen deftigen Nachtisch gönnt – «Spätzle mit Bratensoße sind gut für meine Gesundheit» – kommt er noch einmal auf das Franziskus-Album zurück, das er als «philologische Operation» bezeichnet. «Religion ist zu privat und zu kompliziert, um darüber öffentlich zu sprechen», stellt Branduardi fest.
Rückbesinnung auf archaische Formen
Die Vertonung des Lobgesanges sei von daher eine einmalige Angelegenheit gewesen, die er auf Bitte italienischer Franziskanermönche in Angriff genommen hatte. Und über deren Erfolg in den heimischen Charts er «immer noch erstaunt» ist, wie er sagt.Immerhin sei der «Sonnengesang» des Franz von Assisi «die erste richtige Dichtung in der italienischen Literatur – 100 Jahre vor Dante». Auch in Nürnberg will Branduardi ihn spielen.
Ansonsten ist für den Sänger und Lautenisten, der einst mit versponnenen Popsongs wie «La pulce d’acqua» bekannt wurde und nie ein Hehl aus seiner klassischen Musik-Ausbildung machte, die Rückbesinnung auf archaische Formen das momentan interessanteste Rezept: «Zurück in die Zeit, als es noch keine kultivierte Musik gab, ein Schritt zurück, um zwei nach vorne zu machen», erklärt er lächelnd und gönnt sich noch einen Schluck Bier.
Karten bei den bekannten Vorverkaufsstellen und unter (01 80) 60 70 70.
HANS VON DRAMINSKI |
| 20.2.2009 |
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