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Kabarett zwischen Himmel und Erde |
| Die Lach- und Schießgesellschaft zu Gast im Hubertussaal |
| Kabarett zwischen Himmel und Erde |
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MÜNCHEN - Alexandra hat es wahrlich hart getroffen: Sie hat zwei Wochen Zeit, die Welt vor dem Untergang zu retten. Dabei steckt sie in einem vermüllten Hotel in Neapel fest und wird von Mafiosi bedrängt. Aber die kernige Bewährungshelferin beißt sich durch. Ihre Geschichte bildet den Rahmen des Stücks «Last minute« der Münchener Lach- und Schießgesellschaft.
Im ausverkauften Hubertussaal waren vielleicht einige Gäste mit der top-zeitgemäßen Form des Kabaretts überfordert, die meisten jedoch waren begeistert von der Mixtur aus politisch Scharfsinnigem, Klamauk, Comedy und Theater-Elementen. Wie greifbar Sonja Kling die geplagte Alexandra auf die Bühne brachte, war große Klasse.
«Die Menschen sind frei«
Nun, immerhin standen ihr zwei «Engel« zur Seite: Ecco Meineke als ein gepanzerter, wortkarger Terminator-Verschnitt Metatron und Thomas Wenke als sanfter Gabriel. Sie küren die Ahnungslose zur Prophetin, geben ihr als Botschaft mit: «Die Menschen sind frei« und erleben mit ihr wüste Abenteuer.
In einer Nummer, die zu den stärksten zählt, beschließen Moderator Hugo Egon Balder, Star-Friseur Udo Walz und Fürstin Gloria, aus der ehrlichen Alexandra einen Star zu machen. Sie wird verheizt und schließlich an die Wallstreet geschickt, um mittels finanzieller Macht Einfluss zu nehmen. Doch hier erweist sich das Leben als rein spekulativ.
Furiose Show
Außerdem treten auf: ein katholischer Pfarrer und ein Imam, die sich absolut ähnlich sind, eine überbesorgte Mutter und Gott persönlich, der sich weigert, einzugreifen. Die Menschen müssten das alleine schaffen. Die drei Darsteller schlüpfen im Nu in die diversen Rollen und entfachen eine Revue zwischen Himmel und Erde, die sich gewaschen hat.
Am Ende ist Alexandra wieder in der Bruchbude in Neapel. Eine furiose Show, in der die rasante Form die kritischen Texte nicht unterbuttert, sondern unterstreicht. Manchmal wäre eine deutlichere Verbindung zwischen den einzelnen Auftritten angenehm gewesen, doch das gleicht das Trio mit seiner schauspielerischen Stärke aus. So bringt man heute politische Spitzen unter die Leute.
Cls |
| 23.2.2009 |
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