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NÜRNBERG - Es bleibt spannend bis zum letzten Bully: Die Sinupret Ice Tigers haben nach einem hart erarbeiteten 4:3 (1:1, 2:1, 1:1)-Sieg gegen Ingolstadt noch alle Chancen, am Sonntag direkt das Play-off-Viertelfinale zu erreichen.
Man traut den Entscheidern in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) mittlerweile einiges zu – zum Beispiel Pre-Play-offs –, aber diesen Gefallen werden sie den Nürnberg Ice Tigers doch nicht tun: Den letzten Vorrunden-Spieltag aus liga-technischen Gründen absagen und den aktuellen Tabellenstand für die Play-offs werten. Dann hätten die Nürnberger ihr Saisonziel doch noch erreicht und könnten sich auf die erste Viertelfinal-Partie am 13. März vorbereiten. Aber nach dem 4:3 gegen Ingolstadt heißt es, weiter zweigleisig zu planen, denn der Kampf um die letzten beiden Play-off-Plätze entscheidet sich am Sonntag. Den Ice Tigers reichen dabei zwei Punkte in Frankfurt (14.30 Uhr/Premiere), also ein Sieg nach Verlängerung oder im Penalty-Schießen. Ergattern die Franken nur einen Punkt, können Wolfsburg, Augsburg, Krefeld oder Hamburg noch an ihnen vorbeiziehen. Bei einer Niederlage heißt es Nachsitzen in den Pre-Play-offs.
Eifrig, gewillt, aber oft zu harmlos
Dass über 6.000 Zuschauer am Freitag den zehnten Sieg hintereinander gegen Ingolstadt bejubeln durften, geriet da zur Randnotiz. Gegen Ingolstadt! Doch die Panther, die einst die Ice Tigers wie kastrierte Kater aussehen ließen, kommen derzeit ohne Krallen daher. Die Saison ist am Sonntag für die Oberbayern definitiv beendet und Torwart Jimmy Waite schaute am Freitag von der Bank aus zu. Er sah ein Nürnberger Team, das sein Saison-Dilemma gebündelt zeigte. Feine Einzelaktionen wechselten sich mit mühseligen Passagen ab. In der wichtigsten Saisonphase stecken die Ice Tigers zwischen Augsburg und Berlin fest: eifrig, gewillt, aber oft zu harmlos.
Trotzdem boten sie am Freitag ein paar magische Momente: Greg Leebs 1:0 in Unterzahl (10.); Björn Barta, der wie Maria Riesch durch die Ingolstädter Abwehr wedelte und zum 2:1 traf; Florian Keller, der auf 3:1 (26.) erhöhte, sowie Keeper Frederic Cassivi, der Rene Röthkes Penalty (38.) trocken parierte.
Es stand nach zwei Dritteln dennoch nur 3:2, weil die Gäste in Gedanken noch nicht in kanadischen Wäldern weilten. Sobald die Ice Tigers in den Energiespardmodus umschalten wollten, rüttelten die Panther etwas energischer am Ergebnis: In Kombination mit der freundlichen Unterstützung der Nürnberger Defensive trafen Daschner und St. Jacques zum 1:1 und 2:3.
Die alte Rivalität zwischen den beiden Mannschaften, sie flammte dann doch noch auf. Daschner lockte Barta in einen Faustkampf, Periard und Milroy nahmen ebenfalls in der Kühlbox Platz und die Ice Tigers standen staunend Spalier beim 3:3 durch Higgins (52.). Aber Aleksander Polaczek hatte sich seinen magischen Moment für den Schluss aufgehoben: Eine gefühlte Ewigkeit wartete er vor Vogls Kasten und zog dann ab zum 4:3. Es kann noch alles gut werden für Nürnbergs Eishockey.
Nürnberg: Cassivi - Periard/Cespiva, Ondruschka/Peacock, Nasreddine/Jarrett - Savage/Swanson/Grygiel, Barta/G. Leeb/B. Leeb, King/Carter/Keller, Polaczek, Mayr.
Tore: 1:0 G. Leeb (9:42/4-5), 1:1 Daschner (12:38), 2:1 Barta (23:02), 3:1 Keller (25:14/5-4), 3:2 St.Jaques (38:49/4-4), 3:3 Higgins (51:59/4-4), 4:3 Polaczek (56:25).
Schiedsrichter: Vogl, Reichert. - Zuschauer: 6276. - Strafminuten: 22 - 16.
Trainer Andreas Brockmann: Wir haben es jetzt am Sonntag selbst in der Hand, dieser Sieg war extrem wichtig. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt, anfangs hatte sie zuviel Respekt und hat es sich auch zu einfach gemacht. Ingolstadt wiederum hatte nichts zu verlieren. Das war für uns das siebte Spiel in 14 Tagen, man kann also von Play-off-Rhythmus sprechen, aber von Play-off-Form? Ich hoffe jetzt nur, dass Scott King nicht für Sonntag ausfällt, er ist mit Verdacht auf einen Mittelhandbruch ins Krankenhaus gefahren worden.
Fakten zu den Play-offs: Sollten die Ice Tigers doch in die Pre-Play-offs müssen, hätten sie je nach Tabellenkonstellation in der Best-of-five-Serie am 5. und 6. März Heimrecht, Spiel drei und, falls notwendig, Spiel vier finden am 8. und 9. März statt; die Entscheidung würde spätestens am Mittwoch, 11. März, fallen. Das Viertelfinale beginnt am 13. März und wird als Best-of-seven-Serie gespielt. Der Vorverkauf beginnt am Montag, 2. März, um 10 Uhr.
Ulrike Assmann |